Wasser spielt auch in der Investorenbranche eine immer bedeutendere Rolle

Der Investmentberater Thomas Hellener von fondsvermittlung24.de schreibt in seinem aktuellen Newsletter:

Zunehmend spielen auch nachhaltige Kriterien für Investoren bei der Anlageentscheidung eine bedeutende Rolle. Eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt: Der Einbezug finanzieller Nachhaltigkeitskriterien kann Portfolios robuster und widerstandsfähiger machen. Das Thema Wasser spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Wasserwirtschaft wird langfristig immer wichtiger – egal ob für die Stromerzeugung, Wasserversorgung oder Wasserreinigung. Für 2050 schätzen die Vereinten Nationen, dass es bereits 2/3 der Weltbevölkerung sein könnten, die unter Wassermangel leiden. Nicht mehr die Versorgung mit Öl sondern die Versorgung mit Wasser ist die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Mit Leonidas Associates VII H2O GmbH & Co. KG bietet sich Privatanlegern erstmals die Gelegenheit, sich direkt an einem professionellen Portfolio nachhaltiger Betriebe der Wasserwirtschaft zu beteiligen.

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One Response to Wasser spielt auch in der Investorenbranche eine immer bedeutendere Rolle

  1. Claus Kittsteiner says:

    „Sprudelnde Gewinne durch Wasser-Fonds“ (Commerzbank-Prospekt), z.B. : http://www.finanzpartner.de/fi/LU0104884860/Pictet-Funds-LUX-Water-P-Cap/

    Das Original-(Papier-)Prospekt habe ich bei der Commerzbank damals abgeholt. Als ich dem Banker dann meinen kritischen Wasser-Artikel von 2006 in die Hand drückte, bleib bei ihm nach Lesen der Überschrift nur ein verschämtes Grinsen (immerhin…).
    ————————————————————————————————————————-Der Wasser-Artikel:

    Nach dem Trinkwasser auch unsere Atemluft?
    Private Kommerzialisierung von öffentlichen Dienstleistungen
    Von Claus Kittsteiner, Berlin

    Die Verschuldung der öffentlichen Hand hat immer mehr zur Folge, dass Regierungen aus Kurzzeitdenken Betriebe der öffentlichen Daseinsvorsorge (Wasserbetriebe und anderes „Tafelsilber“) an global agierende, lediglich gewinnorientierte private Firmen verschleudern. In Berlin verkaufte 1999 der Senat 49,9% Anteile der Berliner Wasserbetriebe an die Konzerne RWE und Veolia. In Geheimverträgen gingen 100% Bestimmungsgewalt an die Minderheitseigner!

    Von den privaten Energie- und Wasserkonzernen wird gegen alle Versprechungen bei Vertragsabschluss der Begriff „Effektivität“ sehr schnell reduziert auf Kosteneinsparungen jeder Art zur Gewinnoptimierung, zur Renditesteigerung für die Aktionäre und für das Konzern-Image an der Börse entsprechend der „shareholder value“-Logik. Die Folgen sind Entlassungen (2000 Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe), Vernachlässigung von Wartung und Infrastruktur, Wasserpreisanstieg für die Verbraucher (1999-2009 in Berlin 35%), Einbußen von Steuergeldern wegen Absicherung der vom Senat garantierten (!) 8%-Rendite. Sinken die Renditen, werden die herunter gesparten, dann oft maroden Betriebe wieder der öffentlichen Hand (d.h. den Steuerzahlern) zurückverkauft. So ist der RWE-Konzern (Renditeziel: 18%) wegen zu hohem Instandsetzungsbedarf und enttäuschter Gewinnerwartungen aus dem Wassergeschäft in London wieder ausgestiegen mit entsprechenden Folgekosten für die Bewohner und die neuen Investoren.

    Der aus Cochabamba in Bolivien wegen unbezahlbarer Wasserpreissteigerungen i.J.2000 nach heftigen Volksaufständen hinweg gekündigte US-Wasserkonzern Bechtel verklagte den Staat auf 25 Mio. Dollar wegen entgangener Gewinne durch Wassergeschäfte. In Manila sterben Wasserverbraucher in den Armenvierteln an Cholera wegen Kosteneinsparung bei der Wartung des privatisierten Wassernetzes. In Indien saugt Coca-Cola täglich 600.000 Liter Grundwasser aus dem bislang landwirtschaftlich genutzten Boden, Bauern verlieren ihre Existenz mangels Ernten. Trotz weltweit zahlreicher drastischer Beispiele dieser Art drängen die EU-Kommission in Brüssel, Entwicklungshilfe-Institutionen (GTZ) und die Weltbank Hand in Hand mit den transnationalen Wasserkonzernen auf die private Kommerzialisierung der Wasserversorgung in über 70 Ländern der Welt. Wer dort arm ist, wer bei 1 Dollar Tagesverdienst kein Geld für den Wasseranschluss und die Kommerzpreise hat, hat kein Wasser, wie im Falle von Prepaid-Wasserzählern im südlichen Afrika.

    Doch es geht auch anders: In Hamburg wurde durch den Druck einer erfolgreichen Volksinitiative i.J.2005 der Verkauf der Hamburger Wasserbetriebe an Private gesetzlich verboten. Die Stadt Herten im Ruhrgebiet vergab zum Ärger der privaten Wasserkonzerne Fondsanteile der Stadtwerke an die eigenen Bürger mit positiver Rückwirkung für eine nun selbstbestimmte öffentliche Wasserversorgung. In einigen Städten (z.B. Münster in Westfalen) wurde der Verkauf von Betrieben der öffentlichen Daseinsvorsorge an rein kommerziell interessierte private Investoren durch Bürgeraktionen und Streiks verhindert.
    Es gibt in Berlin und überall Menschen, die solcherlei Vorgänge verfolgen und nach dem Motto „Global denken, lokal handeln’ versuchen, mehr Bewusstsein über die Folgen neoliberaler Politik zu schaffen, Öffentlichkeit herzustellen und solidarische Handlungsstrategien durchzusetzen. Der ‚Berliner Wassertisch‘ mit seinem Volksbegehren „Unser Wasser“ will die Offenlegung sämtlicher Geheimverträge, die 1999 bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe zwischen dem damaligen CDU/SPD-Senat und Veolia+RWE abgeschlossen wurden. Langfristiges Ziel muss die Wiederherstellung der kommunalen Wasserversorgung unter demokratischer Kontrolle sein.

    Wasser – nach dem Öl das Geschäft der Zukunft für private Konzerne zu Lasten der Verbraucher! Der Unwille bei der Bevölkerung wächst, Forderungen werden lauter: „Wasser gehört allen – Wasser in Bürgerhand!“. Die natürliche, unverzichtbare Ressource Wasser ist Menschenrecht, gehört uns allen und darf nicht als Profitquelle missbraucht werden. Hier und weltweit.
    Wird nach dem Trinkwasser zukünftig auch unsere Atemluft Eigentum von Konzernen und damit Quelle ihrer Profite? Von der Ironie zur Geschäftsidee ist es nicht weit…

    „Akzeptiert man die Privatisierung des Wassers, akzeptiert man die Vermarktung des Lebens“ (Riccardo Petrella)

    Aktuelle Informationen bei
    http://www.berliner-wassertisch.net; http://www.attacberlin.de (AG Argumente, Wasserprivatisierung); http://www.wasser-in-buergerhand.de; Brot für die Welt ( „Menschenrecht Wasser“, Materialien)
    Quellennachweis bei Claus.Kittsteiner@gmx.de, 2006/2010

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