… was ein Meter Rohrleitung vor der Privatisierung kostete, und was er seitdem kostet?

Die BWB meinen: „Die Indizes für Baupreise sind Marktschwankungen unterworfen und unterliegen der Inflation. Zudem gab es im vergangenen Jahrzehnt Phasen mit und Phasen ohne gesetzlichen Mindestlohn. Insofern sind diese Preise, wie alle anderen Preise auch, nach elf Jahren nicht mehr miteinander vergleichbar.“

Viele der „Antworten“ der BWB sind ja sehr kurz. Hier war man mal ein wenig ausführlicher. Wir fassen daher noch einmal zusammen: Marktschwankungen. Mindestlohn. Inflation. Preise nicht vergleichbar. Was war noch mal die Frage? Ach ja, die Zulieferer, sind sie nun heute teurer oder billiger? Kann es sein, dass sich alles quantifizieren lässt, sogar Dinge, die man für unverkäuflich gehalten hätte, aber so etwas für das Wirtschaften der BWB Elementares wie ‚was-kostet-ein-Meter-Rohr‘ nicht? Wir staunen.

Preise zu vergleichen, auch über längere Zeitachsen zu vergleichen, scheint uns eine der Hauptbeschäftigungen zu sein, die ein ökonomisches Subjekt tun muss, um sich im real existierenden Kapitalismus zu orientieren. Und auf einmal geht das nicht mehr. Nun sind wir ökonomisches Subjekt im Falle des Berliner Wassers nur noch in Form eines Partikels in der amorphen Masse der Gebührenzahlenden. Fragen wie unsere, die noch die alte Perspektive einnehmen, in der wir uns noch dafür interessieren, was mit den Gebühren angestellt wird, scheinen irgendwie ungebührlich.

Inflation ist nichts weiter als eine Zeitreihe mit gebündelten Preisen. Manchmal müssen Sondereffekte berücksichtigt werden. Das Benzin war zum Beispiel aus einem Grund extra teuer, der uns momentan nicht interessiert. Dann rechnet man einfach den Energiepreis heraus. Wir sind bereit, dergleichen Arbeit auch bei den Zulieferpreisen für verlegte Rohre zu leisten. Eine kleine Zahlenreihe hätte uns genügt. Fünf Zahlenpaare, zur Not sogar zwei – wir hätten uns schon damit auseinander gesetzt. Wir sind wissbegierig. Die BWB sind ja seit 1999 eine Art Black Box. Da geht ganz viel Geld rein, aber es kommen nur sehr wenig Dienstleistungen und Investitionen heraus. Wir wollen gerne verstehen, wie dieses Mirakel zustande kommt.

Andere Methoden gäbe es schon, um der Sache auf die Spur zu kommen. Eine Idee wäre die: Man hält mal die Hand vor den Geldfluss nach drinnen. Dann wartet man ein wenig. Vielleicht kommt einer aus der Kiste heraus und sagt was interessantes. Eine andere Methode ist die: Man macht mal den Deckel auf und schaut rein. Genau das ist es, was wir mit der Offenlegung der Verträge und Nebenabreden verfolgen. Wir wollen wissen. Auch wie die Rohrpreise waren und sind. Denn die Rohre wurden und werden von unserem Geld bezahlt.

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

One Response to … was ein Meter Rohrleitung vor der Privatisierung kostete, und was er seitdem kostet?

  1. Baganz Friedhelm says:

    Hallo zusammen, nach der Wassertischaktion im Vorjahr lesen wir nun heute wie wir von den selbst gewählten Beutelschneidern vorgeführt werden ! Als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender einer Rohrfertigung fällt mir, sicher nachvollziehbar, diese weiche Formulierung sehr, sehr schwer. Innerlich platze ich vor Wut, wenn ich daran denke wie andererseits das Feixen kein ende nimmt. Weshalb verschwenden wir die Zeit mit Anfragen im Parlament, was hier abläuft ist im Strafgesetz hinreichend formuliert. Man nennt es Betrugsversuch. Und eben der ist strafbar !
    Hoffentlich wacht hier bald mal ein Staatsanwalt auf. M.f.G. Friedhelm

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>