Weibliche Fische

Wollt ihr wissen,

ob in der Spree bald 75 Prozent der Fische weiblich sind ?

Unser Wasser wird gerne als das am besten kontrolliert Lebensmittel bezeichnet. Nichts desto trotz ist es immer stärker belastet durch Hormone und Chemikalien mit östrogener Wirkung wie Bisphenol A sowie durch Medikamentenrückstände wie Antibiotika.

Welche Folgen das bereits heute in Berlin hat, dokumentiert z.B. das Berliner Online-Magazin PankowTV:

In den Berliner Gewässern sind derzeit etwas 75% der Barsche und Plötzen weiblich. Die Kläranlagen filtern das Wasser, bevor es wieder in die Berliner Gewässer zurück gelangt. Aber die auf die Dauer für den Menschen gefährlichen synthetischen chemischen Verbindungen, sind nur sehr schwer zu entfernen.
Auch synthetisch hergestellte Duftstoffe, wie zum Beispiel Bromocyclen, Moschus Xylol Moschus Keton, die in geringsten Dosierungen den Duschgelen oder Männer- Deodorants beigegeben werden, lassen sich in den Fischen nachweisen, die im Teltowkanal an den Zuleitungen von zuvor gereinigten Klärwerkabwässern gefangen wurden. Auffallend ist dabei, dass in der Altersstruktur der jüngeren Fische die Männchen gegenüber den Weibchen dominieren. Bei den älteren Tieren, ab einer bestimmten Größe und Alter, sind die weiblichen Fische überproportional vertreten. Parallel zu dieser bedenklichen Entwicklung werden in Berliner Gewässern immer mehr Fische gefangen die Zwitter sind, die sowohl einen Hoden als auch Eierstöcke besitzen. (Quelle: PankowTV, http://www.pankow-online.info/)

Dieser Umweltbelastung zu begegnen ist eine Herausforderung der Daseinsvorsorge, die den Einsatz von viel Geld für Forschung und Entwicklung erfordert. Das steht jedoch in unmittelbarem Widerspruch zu Renditeansprüchen privater Anteilhaber.

Wie wurde in den Wasserverträgen geregelt, wie Umweltbelastungen unseres Trinkwassers durch Hormone, Chemikalien mit östrogener Wirkung und Medikamentenrückstände begegnet werden soll?

2 Responses to Weibliche Fische

  1. Stephan Natz says:

    Hier haut der offensichtlich ahnungslose Antwortgeber ein paar Dinge durcheinander. Wenn vom bestkontrollierten Lebensmittel gesprochen wird, dann meint das logischerwéise Trink- und nicht Spreewasser. In letzterem, in dem ja die angeblich verweiblichten Fische leben, werden auch Spuren von Hormonen gefunden, weil Kläranlagen mit vielen Stoffen fertig werden, aber nicht mit allen. Konkret: Mehr als vier Millionen chemische Verbindungen sowie ca. 30.000 Arzneimittelwirkstoffe sind in Abermilliarden verschiedenen Produkten im Umlauf. Man könnte über eine Mikro-, Nano- oder Ultrafiltration, über Ozonung und UV-Behandlung Wasser bis zur chemischen Reinheit reinigen. Aber um welchen finanziellen und ökologischen Preis, denn diese Verfahren, die es alle gibt, fressen Unmassen Energie. Man könnte aber auch gesellschaftlich verantwortlich und unter Beachtung des Verursacher- und das Vermeidungsprinzips nachdenken. Dann käme man drauf, dass die Wasserwirtschaft eben nicht der Reparaturbetrieb für anderswo Versäumtes ist.

    • wolltihrwissen says:

      Aber hallo, wenn das kein Erfolg ist: Schon nach fünf von 100 Fragen antwortet der Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe persönlich! Nun könnte man den Ton gegenüber uns als Fragensteller bemäkeln („offensichtlich ahnungslos“ „hauen Dinge durcheinander“). Auch dass er versucht zu negieren, dass eine Frage gestellt wird (und aus dem Fragesteller einen „Antwortgeber“ macht), dürfte nicht absichtslos gewesen sein. Aber wir freuen uns trotzdem! Denn im Unterschied zu der nun ins zwölfte Jahr gehenden Geheimhaltung hinsichtlich der Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden gibt es hier Auskünfte!
      Vor allem sind die Attribute schön. Da ist zum Beispiel etwas „logischerweise“ so: Mit dem (best kontrollierten) Lebensmittel ist das Trinkwasser gemeint, nicht das Spreewasser. Letzteres möchte man vermutlich lieber nicht trinken. Schlimm genug, dass das Fische tun.
      Allerdings wird 70% des Berliner Trinkwassers aus Uferfiltrat gewonnen, auch und vor allem aus der Spree (http://www.flussbuero.de/bund_flussbuero/home/fluesse/spree/). Fische in der Spree, aus der unter anderem unser Trinkwasser gewonnen wird, sind daher, vermutlich sicherheitshalber, nur „angeblich verweiblicht“.
      Also nicht verweiblicht. Das ist doch mal eine Aussage! Vom Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe! Ganz sicher scheint er sich jedoch nicht. „Abermilliarden verschiedene Produkte“ beunruhigen auch die BWB: Man hat sich daher ganz offenbar informiert über „Mikro-, Nano- und Ultrafiltration“ sowie zu „Ozonung und UV-Behandlung“. Allerdings
      musste man feststellen: „Diese Verfahren fressen Unmassen Energie“ und hätten also (vermutlich) einen hohen „ökologischen Preis“. Und, äh, auch einen hohen „finanziellen Preis“, und das ist, ganz ohne Ironie, für die BWB eine wirklich erstaunlich offene Antwort.
      Zwischenresümee: Garantiert gesundes, unbelastetes Wasser ist irgendwem zu teuer. Vermutlich uns selbst! Wir würden, wenn wir mitbestimmen könnten, eine derart teure Reinigung unseres Trinkwassers nicht bezahlen wollen. Niemand wird es verwundern, dass der Pressesprecher daraus, stellvertretend für uns, schon einmal ableitet: „Wasserwirtschaft ist nicht der Reparaturbetrieb für anderswo Versäumtes“. Es ist möglicherweise, so könnte man daraus vielleicht folgern, demnach unsere Aufgabe, uns darum zu kümmern, dass „vier Millionen chemische Verbindungen“ und „30.000 Arzneimittelwirkstoffe“ nicht in das Wasser gelangen, das RWE und Veolia für uns Berliner aufbereiten müssen.
      Keinesfalls fällt das in den Verantwortungsbereich derer, die vier Monate lang in ganz Berlin die Qualität des Berliner Wassers beworben haben – übrigens ziemlich genau in den vier Monaten, in denen wir für die Offenlegung der Wasser-Verträge Unterschriften gesammelt haben.
      Fazit: Die Wasserbetriebe, RWE und Veolia verweigern keine Antworten. Man muss die Antworten nur lernen, zu lesen.
      Nachsatz: Wem das Studium der Antworten der Berliner Wasserbetriebe, RWE oder Veolia zu kompliziert scheint – der kann auch einfach am 13.02. abstimmen gehen.

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