veolia zeigt Filmemacher an

Wollt ihr wissen,

warum veolia Filmemacher anzeigt, die über veolia berichtet haben?

Auf dieser Webseite hat der Pressesprecher von veolia wasser, Matthias Kolbeck, unsere folgende Frage kommentiert: „Was steht in geheimen Verträgen, das zu verbergen es für Veolia so lohnenswert macht, dass sie in Kauf nehmen, sich den Vorwurf der Zensur zuzuziehen?“. Er schreibt dazu am 27. Januar 2011 um 19:27 h: „Eine Falschmeldung. Der Film läuft seit September bei allen möglichen Gelegenheiten in Frankreich und in Deutschland – und Veolia hat nie versucht, irgendeine Ausstrahlung oder Verbreitung zu verhindern. Auch nicht eine Ausstrahlung im Fernsehen. Im Gegenteil: Mitarbeiter von Veolia haben sich bei verschiedenen Aufführungen des Films der Diskussion gestellt.
Richtig ist: Unsere ‘Mutter’ Veolia Environnement in Paris hat (nicht erst jetzt sondern schon frühzeitig nach Erscheinen des Films) nach französischem Recht eine Anzeige wegen übler Nachrede erstattet.“

Dazu ist folgendes anzumerken: „frühzeitig“ heißt rund 3 Monate nach Erscheinen des Films. Solange bestand der Eindruck, dass Veolia die Ausbreitung des Films nicht verhindern will. Doch mit der Klage hat sich das geändert. Nach Aussagen des Veolia-Anwalts möchte der Konzern eine „angemessene Entschädigung“ für die angebliche Verleumdung durch den Film einklagen. Falls Veolia damit durchkommt, werden die finanziellen Folgen es dem Filmteam und seinem Vertrieb kaum noch erlauben, den Film weiter zu verbreiten.

Herr Kolbeck schreibt weiter: „Der Grund dafür sind falsche und diffamierende Aussagen in den Film, die die Reputation von Veolia beeinträchtigen – insbesondere solche, die Veolia in die Nähe von Bestechung und mafia-ähnlichem Verhalten rücken. Ein Beispiel für solche Verleumdungen ist die falsche Behauptung von Jean-Luc Touly, einer wesentlichen Quelle der Filmemacher, ihm sei eine Million Euro dafür angeboten worden, dass er die Firma verlasse. Touly wurde schon 2004 wegen übler Nachrede verurteilt, wegen verschiedener diffamierender Passagen in seinem Buch “L’Eau de Vivendi, les vérites inavouables”.

Dazu ist folgendes anzumerken: Jean-Luc Touly hat letztlich all diese Prozesse gegen Veolia gewonnen. Deswegen mußte er mittlerweile von Veolia sogar wieder eingestellt werden.
Herr Kolbeck schreibt weiter: „Auf eine solche Anzeige folgt in Frankreich ein rechtsstaatliches Verfahren, in dem die Fakten und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Und genau darum geht es Veolia.“
Dazu ist folgendes anzumerken: Das rechtstaatliche Verständnis in Frankreich unterscheidet sich in einigen Punkten vom deutschen Verständnis. So ist es in Frankreich möglich und auch der Fall, dass unmittelbar nach Anzeigenerstattung der Staatsanwalt aktiv wird, und zwar ohne verpflichtet zu sein, die Angezeigten darüber zu informieren, was im Einzelnen die Anzeige ihnen vorwirft. Dergleichen ist in Deutschland unzulässig.
Es erscheint auch wenig glaubwürdig, dass veolia so hilflos ist, dass man „Fakten und Verantwortlichkeiten“ nicht ohne Hilfe eines Staatsanwaltes klären kann. Der Film „Water makes money“ wurde in Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Belgien gezeigt. Veolia hat sich offenbar nun nach dreimonatiger Prüfung dasjenige Land mit der zugehörigen Rechtsstaatsform für seine Klage ausgesucht, das Veolia hinsichtlich der Entfaltungswirkung von Veolias immensem wirtschaftlichen Übergewicht gegenüber den Filmern am aussichtsreichsten erschien.

Wir in Berlin haben noch wenigstens 18 Jahre mit Veolia das Vergnügen. In dieser Zeit wird es hoffentlich noch viele kritische Berichterstattung zu Veolias Umgang mit unserem Wasser in Berlin geben, Veolia hat damit immerhin eines unserer höchsten Güter in seinen Händen.

Wenn es nun die Runde macht, dass kritische Berichterstattung über Veolia Journalisten schnell teuer zu stehen kommen kann – wie Fall von Kernfilm und „Water makes money“ – wer soll dann noch die Ausübung der öffentlichen Kontrolle über unser Wasser leisten?

One Response to veolia zeigt Filmemacher an

  1. Kurt Brugger says:

    Weiter so, nicht klein kriegen lassen!!!

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