Rendite

Wollt ihr wissen,

wie RWE und Veolia (jenseits der Rendite) ihr eingesetztes Kapital zurückbekommen?

Diese Frage ist zumindest im Konsortialvertrag nicht geregelt. Dass das in einem so bedeutendem Vertragswerk vergessen wurde, ist kaum vorstellbar.

Was antworten die Vorstände von RWE und Veolia ihren Aktionären auf der Hauptversammlung, wenn dort danach gefragt wird, wann das eingesetztes Kapital wieder verfügbar ist?

Ähm – ihr bekommt doch die hohe Rendite?“ Bedeutet das, dass mit den Gewinnausschüttungen quasi Zins und Tilgung bezahlt werden? Dann darf es nach Ablauf von 2028 keine Ablösesumme geben.

Es könnte aber auch sein, dass es ein – Pardon –Erpressungspotential gibt, das sich in Geldwerten ausdrücken läßt. Eine vorstellbare Drohung wäre zum Beispiel der Weiterverkauf an einen gänzlich gierigen Hedgefonds. Das geschätzte Lösegeld würde dann 1,695 Milliarden Euro betragen, zuzüglich aller bis dahin eingebrachten Investitionen.

Aktionäre wollen eine Rendite, aber sie wollen auch ihr Geld wieder sehen. Wie
das im Fall der Berliner Wasserbetriebe geht – steht in geheimen Verträgen.


5 Responses to Rendite

  1. Hallo? Einfach mal richtig lesen. Auch die Verträge über die stillen Gesellschaften. Sind nicht geheim, stehen im Internet. Ablöse gibt’s beim Fußball. Bei Unternehmen bekommen ausscheidende Gesellschafter den Wert ihres Anteils – ist ja auch logisch. In den – öffentlichen – Verträgen steht übrigens auch, dass man nicht einfach an irgendwen weiterverkaufen kann: Da müsste das Land Berlin schon zustimmen.

  2. Carl Waßmuth says:

    Ablöse? gibt’s beim Fußball, steht aber nirgendwo auf unseres webseite oder in einer Frage von uns. Aber das macht nix. So einen lockereren veolia-Pressesprecher hatten wir selten, den wollen wir nicht mit Korinthenkackerei vertreiben.

    „Bei Unternehmen bekommen ausscheidende Gesellschafter den Wert ihres Anteils.“ Haben wir auch schon mal gehört. „Ist ja auch logisch“, vielleicht sogar trivial. Nicht ganz trivial ist die Frage, was das Unternehmen dann gerade wert ist.

    Was ist also eine Holding wert, die Anteile an einer Anstalt öffentlichen Rechts hält?
    Kann da nicht die Politik, wenn sie die Privaten billig rauskriegen will, zusehen, dass die Anstalt gerade mal nicht so viel wert ist? Das wäre unser Tipp an den Senat, der ja, wenn man den Schlagzeilen glaubt, lieber heute als morgen rekommunalisieren will! Aber sicher gibts da ein Riegelchen, das das verhindert. Natürlich nicht in geheimen Verträgen! Das wäre eine unterstellung! Bestimmt sind die Unterlagen dazu öffentlich. Es hat uns nur noch niemand gesagt, wo diese Unterlagen stehen.

    P.S.: Wie fanden Sie als veolia eigentlich die Stammkapitalentnahme von einer halben Milliarde (+ einen Schnaps für das Land Berlin), neulich in Sachen Regenwasser? Gut? Wertsteigernd im Sinne späterer Anteilsrückvergütung? Würde mich interessieren.

  3. quote Dann darf es nach Ablauf von 2028 keine Ablösesumme geben. unquote

    Sie lesen wohl nicht mal Ihre eigenen Texte?

    Richtig, auch die Regelungen zur Ermittlung des Werts stehen in den Verträgen und Anlagen -und die sind öffentlich im Internet.

    Stammkapitalentnahme: War ein Wunsch des Landes. RWE und Veolia haben dem Wunsch entsprochen. Wie eine Kapitalentnahme den Wert steigern soll, bleibt allerdings Ihr Geheimnis.

  4. Carl Waßmuth says:

    Hallo Herr Kolbeck, sorry, die Ablöse im Erläuterungstext habe ich übersehen.

    Die Kapitalentnahme soll den Wert steigern? Da haben Sie uns falsch verstanden oder wir uns unklar ausgedrückt. Entschuldigen Sie, wenn irgendwo eine Spur Ironie hineingerutscht ist, die nicht extra gekennzeichnet war. Soll nicht mehr vorkommen.

    Wir wollten Sie und unsere Leser darauf hinweisen, dass da jetzt was fehlt im Stammkapital. Was Sie später nicht mehr als Wert ansetzen können. Wie bekommen Sie also 2028 Ihr eingesetztes Geld zurück? Wir machen uns Sorgen. Auch RWE: Die wollen angeblich verkaufen. Aber was eigentlich? Was ist das denn wert, was die haben? Steht das iregendwo? Jedenfalls nicht in den paar Seiten, die da im Internet stehen. Deswegen soll jetzt auch eine Investmentbank ran, die das bewertet. Ob die die anderen verträge und nebenabreden vorgelegt bekommt. Man könnte neidisch werden. Oder am 13.02 einfach wählen gehen und mit Ja! stimmen.

  5. Ein Laie namens Jens says:

    Herrn Kolbecks Antwort leuchtet mir folgendermaßen ein. Die Stammkapitalentnahme ist der Wertsteigerung zwar nicht zuträglich, aber das wird schon entsprechend gerechnet. Nach Anlage 36.9 des Vertragsbündels nämlich unter Zuhilfenahme der „üblichen Methoden“ inklusive cashflow- und ebitda-Bewertung. Gegenwärtige und zukünftig erwartbare Betriebsüberschüsse durch freundliches Schröpfen der Berliner Allgemeinheit sind mittlerweile vermutlich die wichtigere Bezugsgröße bei der Unternehmensbewertung als die vorhandene Substanz. Die Konsorten könnten sich also durchaus noch mehr solche Tricks wie beim Regenwasser erlauben, ohne dass dies ihrem erwartbaren Profit großen Schaden zufügen würde. Ist das so?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>