Klage gegen “Water makes Money”

Wollt ihr wissen,

welche Ziele Veolia mit einer Klage gegen die Filmemacher von „Water Makes Money“ verfolgt?

Nach der bisher überaus erfolgreichen Verbreitung des Films „Water Makes Money“ In Form von über 200 (Kino)-Vorführungen und mehr als 1000 DVDs, hat der im Film kritisierte französische Konzern VEOLIA in Paris gegen den Film Klage wegen „Verleumdung“ eingereicht. Noch ist nicht klar, was man den filmemachern konkret vorwirft. Der Konzern hat dennoch bereits erreicht, dass die französische Staatsanwaltschaft dem Antrag Veolias stattgegeben und einen Untersuchungsrichter bestellt hat. Dieser lässt jetzt mit Hilfe eines auch auf Deutschland ausgeweiteten Rechtshilfeersuchens polizeilich ermitteln.

Bis der Prozess eröffnet wird, kann es noch einige Zeit dauern. Noch darf der Film gezeigt werden. Und noch hält ARTE an der Planung fest, eine TV-Fassung am Internationalen Wassertag, am 22.3.2011 um 20h15 auszustrahlen. Doch ein Ausstrahlungs- bzw. Aufführungsverbot ist künftig nicht auszuschließen.

Veolias Versuch, unliebsame Filme aus der Öffentlichkeit zu verbannen, hat bereits Tradition. Als Leslie Franke und Herdolor Lorenz es 2005 wagten, in einem mit dem NDR koproduzierten Film („Wasser unterm Hammer“) über die Praxis der Geheimverträge bei der Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke aufzuklären, wurde der Konzern beim NDR vorstellig. Er erreichte nach eigenen Angaben sogar im Einvernehmen mit ARD-Chefredakteur Volker Herres, dass der Film nicht mehr ausgestrahlt werden durfte. Und das, obwohl der Dokumentation kein einziger inhaltlicher Fehler nachgewiesen werden konnte.

Wohl wissend, was es bedeutet, die Praktiken eines weltweit tätigen Konzerns zu durchleuchten, wurde für Water Makes Money praktisch jedes Wort von Anwälten in Hamburg und Paris hin- und hergewendet und überprüft. Auch bei ARTE wurde jeder Fakt noch einmal gegengeprüft. Dennoch wird sicherlich nicht allein auf juristischem Feld entschieden, ob es Veolia mit seiner Klage gelingt, dass der Film aus den Kinos und von den Bildschirmen verschwindet.

Die Kräfteverhältnisse dieser Auseinandersetzung sind sehr ungleich. Selbst wenn die Filmer in erster Instanz gewinnen, kann Veolia ohne öffentlichen Druck in die nächste gehen, und wenn nötig in weitere. Für Veolia sind die Kosten solcher Verfahren Peanuts. Für Leslie Franke und Herdolor Lorenz kann das von Instanz zu Instanz potenzierte finanzielle Risiko ruinös werden.

Was steht in geheimen Verträgen, das zu verbergen es für Veolia so lohnenswert macht, dass sie in Kauf nehmen, sich den Vorwurf der Zensur zuzuziehen?

45 Responses to Klage gegen “Water makes Money”

  1. Eine Falschmeldung. Der Film läuft seit September bei allen möglichen Gelegenheiten in Frankreich und in Deutschland – und Veolia hat nie versucht, irgendeine Ausstrahlung oder Verbreitung zu verhindern. Auch nicht eine Ausstrahlung im Fernsehen. Im Gegenteil: Mitarbeiter von Veolia haben sich bei verschiedenen Aufführungen des Films der Diskussion gestellt.

    Richtig ist: Unsere ‚Mutter‘ Veolia Environnement in Paris hat (nicht erst jetzt sondern schon frühzeitig nach Erscheinen des Films) nach französischem Recht eine Anzeige wegen übler Nachrede erstattet. Der Grund dafür sind falsche und diffamierende Aussagen in den Film, die die Reputation von Veolia beeinträchtigen – insbesondere solche, die Veolia in die Nähe von Bestechung und mafia-ähnlichem Verhalten rücken. Ein Beispiel für solche Verleumdungen ist die falsche Behauptung von Jean-Luc Touly, einer wesentlichen Quelle der Filmemacher, ihm sei eine Million Euro dafür angeboten worden, dass er die Firma verlasse. Touly wurde schon 2004 wegen übler Nachrede verurteilt, wegen verschiedener diffamierender Passagen in seinem Buch „L’Eau de Vivendi, les vérites inavouables“.

    Auf eine solche Anzeige folgt in Frankreich ein rechtsstaatliches Verfahren, in dem die Fakten und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Und genau darum geht es Veolia.

    • Demokrat says:

      Wieder so eine Spitzfindigkeit.
      Wenn die Passage mit Touly, bei der offensichtlich Aussage gegen Aussage steht, schon das Erwähnenswerteste ist, dann ist das eine schöne Bestätigung für die handfesten Vorwürfe der restlichen 89 Minuten.
      Eine Verleumdungsklage, wie sie jetzt von Veolia angestrebt wird, kann die Filmemacher ruinieren. Natürlich – das ist Taktik – wird der Film nicht verboten! Man vernichtet die Kritiker viel subtiler. Und man spielt auf Zeit. Die Klage soll sie mürbe machen und aufreiben. Für diese kritischen Geister steht ihre Existenz auf dem Spiel. Und das weiß Veolia natürlich. Und schafft dadurch Präzidenzfälle: Wehe dem, der uns zu nahe kommt! Wir machen dich fertig – langsam, aber sicher!
      Während sich Veolia über Jahre durch alle Instanzen hindurch klagen kann, weil die finanziellen Ressourcen in Unmengen vorhanden sind, riskieren kritische Journalisten, die ohnehin nicht viel Geld verdienen, den persönlichen Bankrott, weil sie sich keine eigene Anwaltsflotte erlauben können.
      Ich persönlich sehe hier massiv die Pressefreiheit gefährdet. Mir erscheint es, dass das milliardenschwere Unternehmen Veolia kritische Berichterstattung unterbinden will.

      Wieso reicht im Jahr 2005 1 Besuch von Veolias Geschäftsführer Reinhard Hülst bei dem jetzigen ARD Intendanten Volker Herres, damit unmittelbar danach der Film „Wasser unterm Hammer“ (von den gleichen Filmemachern wie von „Water makes money“) nicht mehr gesendet werden darf? Obwohl KEIN Fehler nachgewiesen wurde? Gerade bekam das Deutschlandradio einen langen bösen Brief von Veolia. Das Deutschlandradio hatte es gewagt, am 19.1. den hervorragenden Dokumentarfilm „Unsichtbare Politik“ (über die negativen Folgen der Privatisierung) von Tarik Ahmia (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/01/19/drk_20110119_1930_ccecff3d.mp3), in der Veolia auch eine große und unrühmliche Rolle spielt, zu senden!

      Das ist alles sehr unschön und äußerst gefährlich für unsere Demokratie, die eine kritische Presse nötig hat, um zu funktionieren.

      • Jazzy says:

        Hallo Demokrat,

        Zitat „Ich persönlich sehe hier massiv die Pressefreiheit gefährdet“

        Von „Demokratie“ bei der Presse kann man ja wohl nicht sprechen.
        Sie stehen meist im Einfluss fremder oder eigener Ideologie. Sind sind eben nicht kritisch, weil sie NUR einseitig recherchieren (wollen !!).
        Egal um welches Thema es geht, Medienberichte sind so oft manipuliert, so dass man diese, je nach Sender, je nach Verlag ( je nach Absichten) hinterfragen muss.
        Journalisten sollten, wie die Ärzte, einen Eid des Hippokrates leisten, obwohl es selbst dann keine Garantie auf journalisitische Ethik gäbe.
        Ich bin gegen den Missbrauch…auch gegen den Missbrauch der „Pressefreiheit“
        Jazzy

        • Demokrat says:

          Hallo Jazzy, ganz deiner Meinung. Es gibt keinen ideologiefreien Raum. Selbstverständlich ist auch die Demokratie eine Ideologie. Allerdings eine, für die die Wahrheit ein Lebenselixier ist. Im Gegensatz zu einer Diktatur, für die die Wahrheit bekanntlich Gift ist – egal, ob ökonomistisch, stalinistisch oder völkisch. Solange ich es mir noch aussuchen kann, lebe ich lieber in einer Demokratie. Demokratie aber braucht eine freie und kritische Presse.
          Was hältst du denn von der Vorgehensweise von Veolia? Findest du das demokratisch, wenn man die Gegenseite gar nicht zu Wort oder auf den Bildschirm kommen lässt?

          • Jazzy says:

            Hallo Demokrat,

            irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass hier nicht sachlich kommentiert sondern das Einprügeln auf ein feststehendes unwiderrufliches „Feinbild“ die Diskussion beherrscht. Keiner möchte eine Diktatur, keiner kann irgendwem das Wasser abgraben und sich systematisch bereichern. Die Presse kann und sollte manche Ereignisse hinterfragen und entsprechend recherchieren, aber häufig nutzt und benutzt sie ihre Freiheit, um eine Vermutung als Wahrheit zu verkaufen (stimmt es denn wirklich was Albert Einstein physikalisch erklärt hat?- Er war ja irgendwie psychisch krank, so dass die Logik seiner These nicht mehr gilt, auch wenn man es nachstellen kann, es wird nicht versucht, es bleibt dabei, dass es nicht sein kann, er war schließlich etwas verrückt…)
            Der Film Wasser unterm Hammer enthält nicht nur Widersprüche sondern ist teilweise inhaltlich falsch. Wenn man sich für Forschung und Wasser nur einwenig interessiert, merkt man es schon….unabhängig, ob Veolia oder sonst ein Konzern da eine Rolle spielt.
            Zu Deiner Frage: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum so eine Aufregung um das Wasser und Veolia.
            Hier wird etwas geschürt, was nicht da ist.. Veolia und kein anderer Konzern lässt es zu, sich mit Hetzkampagnen ihren Ruf zu schädigen, das verstehe ich. Ich würde auch Klagen, wenn mir Dinge unterstellt würden, die so nicht stimmen. Die Art und Weise der Kritik und der schlechten einseitigen Recherche gefällt mir nicht.
            Niemand hat und wird das Wasser von Berlin kaufen, die Infrastruktur verschlechtern, die Wasseraufbereitung vernachlässigen. Aber eins muss man wirklich wissen, wer gutes und nachhaltig reines Wasser in Berlin will, muss leider auch dafür bezahlen. Denn was damit verbunden ist, wissen nur die Insider, leider nicht die Bevölkerung. Für sie ist es selbstverständlich, dass Wasser aus dem Hahn kommt. Es wird gepredigt, dass man sparsam damit umgehen soll. Wenn die tollte Politik in Berlin das Thema endlich ernst nehmen würde und nicht als Werkzeug ihrer Wahlpolitik missbraucht, würden sie anders kommunizieren. Sie müssten erklären, dass die neuen notwendigen Technologien der Wasseraufbereitung sehr teuer sind, dass Forschnung dahintersteckt (überigens auch finanziell von den Privaten gefördert), dass die Grundwasserentnahmegebüren des Senates nicht in die Wasserversorgung einfließt dass die Infrastruktur im Osten der Stadt dem Westbürger Milliarden gekostet hat, dass die Übernahme der zahlreichen Mitarbeiter aus ehem. Ost ebenfalls einen großen Personalkostenfaktor bedeutet hat und immer noch ein hoher Kostenfaktor ist, dass die Wasserbetriebe Kopfstand machten, um die Gebühren vorerst nicht zu erhöhen und das Resultat für alle Faktoren nicht besser werden, wenn die Erhöhung der Wasserpreise nicht stattfinden würde, zumal der Senat oder die Verbände nicht in der Lage sind, die Funktionalität des Wasserhaushaltes in Berlin zu kommunizieren und auch dass der Wasserpreis aus dem Wasserverbrauch resultiert und nicht aus den privaten Renditen. Also Fazit: Ob der Senat oder Private das Geschäft führen, billiger wird es auf keinen Fall, eher teurer: = Logik Albert Einstein, aber der war ja auch irgendwie verrückt.
            Teil-Privatisierung ist, wenn sie gut gemacht ist (Auflagen), eine der besten Form der Bewirtschaftung regionaler Strukturen
            Jazzy

  2. Natürlich gibt es nachgewiesene Fehler in „Wasser unterm Hammer“, und natürlich auch in „Water Makes Money“ – jede Menge sogar. Beide Filme sind keine seriös und unvoreingenommen erarbeiteten Dokumentationen, sondern gehören in die Kategorie „Agitprop“, bei der die Realität so lange bearbeitet wird, bis sie zum Vorurteil passt.

    Von uns war niemand 2005 wegen „Wasser unterm Hammer“ beim NDR. Wer sich damals – zu Recht – über den Film empört hat, waren die Berliner Wasserbetriebe. Dort hatte man den Filmemachern nämlich erschöpfend und bis ins Detail stundenlang Auskunft gegeben und in Interviews Rede und Antwort gestanden – und war entsetzt, im fertigen Film das Unternehmen und seine Mitarbeiter in bizarr verdrehter Weise falsch und tendenziös dargestellt zu finden. Auf einen entsprechenden Brief der Berliner Wasserbetriebe hin hat der NDR seinerzeit zu einem Gespräch eingeladen, ein Vorstandsmitglied und der Pressesprecher der Wasserbetriebe sind der Einladung gefolgt.

    Kritische Diskussion über Berichterstattung ist in keiner Weise ein Angriff auf die Pressefreiheit. Jeder, der publiziert, muss in der Demokratie auch mit Kritik an seinen Veröffentlichungen rechnen und damit umgehen, hinterfragt zu werden. Und jeder, der Objekt der Berichterstattung ist, hat auch einen Anspruch darauf, dass seine Rechte gewahrt bleiben.

    • wolltihrwissen says:

      Erwiderung von Herdolor Lorenz:
      „Herr Kohlbeck hätte gut in die Drehtür in unserem Film „Water Makes Money“ gepasst: Erst Pressesprecher und Büroleiter bei Finanzsenator Thilo Sarrazin und am nächsten Tag schon Pressesprecher von Veolia Wasser Deutschland! Wer uns da mangelnde Seriosität und Unvoreingenommenheit vorwirft, ist in höchstem Maße voreingenommen! Da kann er alle in den Filmen dargelegten Fakten, die die strukturelle Korruption in der Wasserwirtschaft belegen, natürlich nur als Fehler abtun. Bezeichnenderweise bezieht sich Veolia in seiner Klage gegen „Water Makes Money“ auf keinen einzigen der zahllosen Fakten, die diese Stukturelle Korruption belegen. Warum wohl? Wenn das alles Fehler sind, hätte Veolia doch die Gelegenheit nutzen können, diese Fehler zum Gegenstand ihrer Klage zu machen. Verklagt werden wir , weil ein Protagonist im Film das Wort „Korruption“ benutzt . Die Aussage der Klage ist eindeutig: Die Fakten im Film sind unstrittig, nur benennen darf man es nicht so!
      Als hätten die Berliner Wasserbetriebe nichts mit Veolia zu tun! Veolia hat ja „nur“ die Geschäftsführung der BWB! Und woher weiß dann der Veolia Deutschland Geschäftsführer Reinhold Hülst, dass „Herr Herres seinerzeit zudem die Anmerkung“ …machte..,“dass eine derartige Arbeitsweise nicht positiv für die Reputation eines öffentlich-rechtlichen Senders sei.“? Herr Herres ist Programmdirektor der ARD. Ich war bei dem hier angesprochenen Treffen im NDR dabei – Herr Herres hat an diesem Treffen nicht teilgenommen und konnte da auch nicht eine solche Aussage tätigen. Bei diesem Treffen wurde seitens der zuständigen NDR Redaktion die Einwände der BWB, die Veolia in ihren Publikationen übernommen hat gegen den Film „Wasser unterm Hammer“ Punkt für Punkt widerlegt: Es gab sogar letztlich eine Einigung mit dem Vertreter der BWB, dem damaligen technischen Direktor der Berliner Wasserbetriebe Ludwig Pawlowski, dass dem Film „Wasser unterm Hammer“ kein sachlicher Fehler nachzuweisen sei und dass eine Aufführung des Films in den Berliner Wasserbetrieben Gelegenheit bieten sollte, die unterschiedlichen Standpunkte auszutragen.

      Die von Veolia immer wieder öffentlich zitierte Einigung mit dem NDR, dass „Wasser unterm Hammer“ wg. „journalistischer Fehler “ nicht mehr gesendet wird, hat es bei diesem Treffen nicht gegeben. Herr Herres hat inzwischen übrigens bestritten, dass er die von Veolia zitierte Äußerung gemacht hat. Wie auch immer. Wo und wie Veolia es dennoch geschafft hat, die Leitung des NDR unter Umgehung der zuständigen Redaktion, von der Position des Konzerns zu überzeugen , wissen wir nicht. Jedenfalls wurde die bestens öffentlich beworbene Wiederholung des Films knapp eine Woche vor dem Sendetermin abrupt aus dem Programm genommen. Dies nennt man dann „kritische Diskussion über Berichterstattung“

      „Nur“ die Verwendung eines Begriffs zu verklagen und öffentlich gleichzeitig ohne jeden Beleg von „nachgewiesenen Fehlern“ zu sprechen, ist allerdings alles andere als „Kritische Diskussion über Berichterstattung“ „

      • Dass Herr Lorenz weder meinen Namen doch den des erwähnten Geschäftsführers richtig schreibt, passt ins Bild. Dass er meine Elternzeit nach der Tätigkeit für das Land Berlin unter den Tisch fallen lässt – nun ja, da wollen wir nicht so sein. Dumm ist nur: Die Filme sind mit der gleichen ‚Gründlichkeit‘ recherchiert.

        Was ‚Wasser unterm Hammer‘ angeht – man wird keine Einigkeit darüber herstellen können, was bei einem inzwischen über fünf Jahre zurückliegenden Treffen beim NDR gesagt wurde. Ich war nicht dabei. Was die mir bekannten Teilnehmer an diesem Gespräch, zu dem der NDR eingeladen hatte, darüber sagen, ist mit dem, was Herr Lorenz schreibt, jedenfalls unvereinbar.

        Dass der Film Quark ist, zeigt ein einfacher Test: Man vergleiche das damals gemalte tiefschwarze Szenario mit den tatsächlich eingetretenen Verhältnissen in der Berliner Wasserversorgung: Keine verrottenden Netze. Keine versiegenden Einnahmen für das Land Berlin. Vorbildliche Sozialpartnerschaft. Vorbildlicher Umweltschutz. Vorbildliche Arbeitssicherheit. Geringer Preisanstieg als vor der Teilprivatisierung. Kein Wegfall von Arbeitsplätzen beim Berliner Mittelstand, stattdessen kontinuierliche Bau-Investitionen, von denen die Firmen vor Ort profitieren. Intensiv modernisierte Netze, Anlagen und Abläufe. Innovative Technologien, oft aus eigener Entwicklung. Zertifizierte Qualität nach ISO 9001 und 14001 (was meinen Sie, wie viele rein kommunale Versorger sich dieser Mühe unterziehen?). Beste Werte in der Kundenzufriedenheit. Und, und, und….

        „Water Makes Money“ ist keinen Deut seriöser gemacht als sein Vorgänger. Was die nachgewiesenen Fehler angeht, machen wir’s doch einfach exemplarisch. Herr Lorenz kann ja mal einige seiner „zahllosen Fakten, die Korruption belegen“ hier posten. Und dazu sage ich dann gern etwas.

        Fakt ist: Veolia Wasser ist seit zwanzig Jahren in Deutschland, es hat in dieser Zeit keinen einzigen Korruptionsfall gegeben. Was man von der öffentlichen Wasserversorgung im Lande leider nicht behaupten kann. In Frankreich hat im letzten Sommer eine öffentliche Komission festgestellt, dass es dort in dem untersuchten Zeitraum seit 1993 keinen strafrechtlich relevanten Korruptionsfall im Zusammenhang mit der Wasserversorgung durch private Dienstleister gegeben hat. Bei Veolia gelten unternehmensweit strenge Anti-Korruptionsregeln und Ethik-Codizes. Und die stehen nicht bloß auf dem Papier, sondern werden auch gelebt.

        • Demokrat says:

          Lieber Herr Kolbeck,

          Korruption und die Frage, ob Veolia und RWE möglicherweise über Korruption an das Berliner Wassermonopol (so nennen Sie das) gekommen ist, sind eigentlich nicht Gegenstand dieses Frageforums, aber wenn Sie das Thema anschneiden.

          Hierzu nur einige kurze Anmerkungen. Korruption findet meistens zwischen einem Nehmer (aus dem öffentlichen Bereich) und einem Geber (aus der Privatwirtschaft statt). Korruption zwischen Öffentlichen sind kaum bekannt, zwischen Privaten schon eher.

          Bekanntlich lässt sich Korruption sehr schwer nachweisen, das BKA geht hier von einer hohen Dunkelziffer aus. Selbst offensichtlich Korruption ist schwierig zu belegen. In Berlin ist der Bankenskandal noch in sehr guter Erinnerung, der von dem gleichen Diepgen/Fugmann-Heesing-Senat abgewickelt worden ist, der Ihnen für die Wasserbetriebe den Zuschlag gegeben hat – übrigens ohne die gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibung.

          Korruption wird heutzutage auch kaum noch mit einem Bordellbesuch oder einem Umschlag mit hunderttausend Euro bezahlt. Die Methoden sind subtiler geworden und die Grenzen der strukturellen Korruption zwischen direkter und indirekter Bestechung und Lobbyismus sind sehr fließend.

          Ein preisgekrönter Meister im Lobbyismus scheint übrigens Ihr Berlinwasserpartner RWE zu sein, mit dem Sie sich zusammen um den Zuschlag für die BWB beworben hatten. 2010 hat RWE von Lobby Control den Preis „Worst EU Lobby Award“ für seine Verdienste auf diesem Gebiet erhalten. Der Generalsekretär der CDU, Laurenz Meyer, beispielsweise musste 2004 zurücktreten, weil er nicht erklären konnte, wofür er neben seinem Abgeordnetengeld ein Gehalt von RWE bezog. Das war nicht strafrechtlich relevant. Meyer hat nach Presseberichten von RWE sogar noch eine Einmalzahlung von 400.000 Euro bekommen. Aber in der Öffentlichkeit war er dadurch moralisch korrumpiert. Im Zuge dieser RWE-Affäre wurde dann bekannt, dass „mehr als 200 RWE-Mitarbeiter [] in der Politik aktiv“ sind (www.zeit.de/2005/02/lobby).

          Neben der Politiker-Bezahlung über Beraterverträge etc. ist auch eine andere Form von diskreter Einflussnahme beliebt: die Übernahme von Beschäftigten aus dem öffentlichen Sektor in das eigene Unternehmen, nachdem Sie zuvor Information weitergereicht haben oder Dinge im Sinne des Unternehmens bearbeitet haben.

          Obwohl der Mechanismus hier am offensichtlichsten ist, ist der strafrechtliche Nachweis hier mit am schwierigsten, weil die Bezahlung ganz legal mit dem höheren Gehalt auf dem Konto des Korruptionsnehmers eingeht. Wenn der Korruptionsnehmer zur Verschleierung noch eine Art Schamfrist zwischen der Kündigung im öffentlichen Dienst und der Neueinstellung beim Korruptionsgeber einlegt, wird der Nachweis noch schwieriger.

          Damit solche Vorgänge aufgedeckt werden und im Gedächtnis bleiben, ist es wichtig, dass wir Medien haben, die kritisch darüber berichten. Genau so wichtig ist es, dass grundsätzlich alle Geheimverträge, EINSCHLIEßLICH ALLER BESCHLÜSSE UND NEBENABREDEN zwischen Öffentlichen und Privaten in Zukunft und auch rückwirkend offen gelegt werden – und zwar mit einem sanktionsbehafteten GESETZ. Speziell in Berlin ist es auch notwendig, dass die Abgeordneten Einblick in die Senatsakten erhalten – der größte Teil der berüchtigten 180 Ordner. Nachdem Sie den ersten Prozess vor dem Verfassungsgerichtshof bereits gegen den Senat gewonnen hat, geht die Abgeordnete Heidi Kosche nun zum zweiten Fall zum Verfassungsgericht, weil sie immer noch nicht sinnvoll Einblick gewährt wird. Ehrensache, dass man so die Vorhaben für mehr Transparenz und demokratische Kontrolle unterstützt.

          Finden Sie nicht auch Herr Kolbeck?

          Grüße vom Demokraten,
          am 13. Februar dürfen alle Berliner ein Zeichen für Transparenz setzen.

        • Dagmar Seidel says:

          Fakt ist, Herr Kolbeck, daß Veolia eine mit allen Wassern gewaschene Firma ist – wäre mir peinlich, für solch einen Konzern zu arbeiten!

    • Demokrat says:

      Lieber Herr Kolbeck,

      Jazzy sagt: „Der Film “Water makes money” selbst ist nicht schlecht gemacht und regt zum nachdenken an.“ Von einem erklärten Privatisierungsbefürworter ist dies die beste zu vergebende Note für einen kritischen Dokumentarfilm. Jazzy hat zwar auch einige Kritik an dem Produkt, aber offensichtlich können auch Veolia-Fans eine gute handwerkliche Leistung anerkennen. Warum können Sie das nicht?

      Sie werfen den Filmen von Franke/Lorenz vor: sie hätten „nachgewiesene Fehler in “Wasser unterm Hammer”, und natürlich auch in “Water Makes Money” – jede Menge sogar.“ seien in „bizarr verdrehter Weise falsch und tendenziös“, oder schlichter „Quark“.

      Wieso behauptet dann aber der NDR, eine Anstalt öffentlichen Rechts, nach eingehender Prüfung, dass in WASSER UNTERM HAMMER inhaltlich alles richtig ist und dass sie keinen Grund sehen, sich davon zu distanzieren? Wieso weisen Sie selbst diese Fehler nicht nach? Sie arbeiten für einen Konzern, der momentan jedes Jahr über hundert Millionen Euro aus dem Berliner Wassermonopol abschöpft und könnten diese Fehler sicherlich schnellstens nachweisen – wenn es welche gäbe.

      Warum setzt sich Veolia nicht inhaltlich mit dem Film WASSER UNTERM HAMMER auseinander, sondern versucht ihn auf – entschuldigen Sie bitte, wen ich das so direkt sage – sehr unhöfliche Art zu diskreditieren? Vielleicht weil Sie immer noch keine inhaltlichen Fehler gefunden haben und sich eigentlich dafür schämen, wie Ihr Konzern so seine Geschäfte betreibt?

      Glauben Sie eigentlich, dass sich der Pressesprecher eines Unternehmens, das Vertragspartner einer demokratisch legitimierten Institution ist, auf Dauer halten lässt, wenn er offensichtlich sachlich unbegründet versucht, kritische aber gut recherchierte Filme anzugreifen?

      Sollten Sie auf diesem Forum keine inhaltlichen Fehler für diesen sehr sehenswerten Film posten können, wäre es schön, wenn Sie aufhören würden, die Leistung der Filmemacher zu schmälern und ihre berufliche Existenz zu gefährden.

      Grüße vom Demokraten

  3. Demokrat says:

    @Jazzy
    Hallo Jazzy,
    „Zu Deiner Frage: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum so eine Aufregung um das Wasser und Veolia.“
    – ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum für Wasser und Veolia überhaupt Geheimverträge her müssen. Und ich weiß nicht, wieso, wenn sie denn angeblich offengelegt sind, das nicht noch mit einem Gesetz beschlossen werden sollte. Wenn das dann verfassungsrechtlich nicht korrekt ist, dann kann das Verfassungsgericht das ja wieder kippen. Aber ich finde, da sollte sich niemand schon vorher als Verfassungsrichter aufspielen, schließlich ist der Volksentscheidstext ja auch von Juristen verfasst worden. Zudem wird ja niemand geschädigt, da ja alle Beteiligten behaupten, dass alles offengelegt ist. Und ich weiß nicht, wer denn die Verträge kontrollieren soll, wenn sie geheim sind und was das dann noch mit Demokratie zu tun haben soll. Es kommt doch immer wieder vor, dass Politiker bestochen werden, von privaten Wasserkonzern-Mitarbeitern zum Beispiel in Grenoble und in Montpellier, aber du kennst ja selbst die Filme….

    Aber dass viele Berliner wollen, dass sich mit den Wasserbetrieben was ändert, kann ich auch verstehen; schließlich zahlen die Berliner am meisten für ihren Wasserdienstleister in der deutschen Millionenstadtliga. Allein in den letzten zehn Jahren Teilprivatisierung sind die Wasserkosten in Berlin für ein durchschnittliches Mietshaus mit 10 Wohnungen um mehr als ein Drittel nach oben geschossen. Aber das ist ja im Grunde genommen kein Wunder, schließlich sind Aktiengesellschaften dazu verpflichtet, Gewinne für ihre Aktionäre zu machen, die dürfen den Menschen das Wasser gar nicht möglichst billig in den Wasserhahn schicken – wer das glaubt, hat von Wirtschaft keine Ahnung. Aus dem gleichen Grund dürfen sie nicht mehr Geld in die Wasseraufbereitung etc. stecken als wirtschaftlich erforderlich. Die Zusammenführung der Wasserbetriebe Ost und West war übrigens schon Mitte der Neunziger abgeschlossen. Veolia und RWE haben sich dann 1999 schön ins gemachte Nest gesetzt.
    Aber diese Punkte werden in diesem Forum eigentlich alle an anderer Stelle geklärt.

    Jetzt aber zum eigentlichen Thema dieses Forums:
    Warum setzt sich Veolia nicht inhaltlich mit dem Film WASSER UNTERM HAMMER auseinander? Man hört von dir als insider leider auch nur vage Anschuldigungen wie „schlechten einseitigen Recherche“ oder „mit Hetzkampagnen ihren Ruf zu schädigen,“ sieht aber keine Belege. Ist das nicht selbst diffamierend und rufschädigend? Was stimmt denn genau an dem Film nicht?
    Habt Ihr denn mit den Filmemachern gesprochen? Wenn ja, wann? Und was haben diese gesagt? Stimmt es, dass der Veolia-Geschäftsführer Herr Hüls in einem Brief behauptet, mit dem ARD-Chef Herrn Herres über den Film gesprochen zu haben? Wieso behauptet der NDR, eine Anstalt öffentlichen Rechts, nach eingehender Prüfung, dass in WASSER UNTERM HAMMER inhaltlich alles stimmt und dass sie keinen Grund sehen, sich davon zu distanzieren?

    Das sind ganz konkrete Fragen. Also bitte, jetzt mal Fakten, Fakten, Fakten 😉 – was wird in dem Film falsch dargestellt?

    Wenn das für dich trotz deines insider-Wissens zuviel Fragen sind, kann sie vielleicht @Herr KOLBECK beantworten, der sich weiter oben geäußert hat. Wäre nett, Herr Kolbeck. Sie haben hier die Möglichkeit, die WAHRHEIT über die Filme WASSER UNTERM HAMMER und WATER MAKES MONEY (am 22. März um 20:15 auch auf ARTE zu sehen) darzustellen.

    Grüße vom Demokraten
    und vergiss nicht, am 13. Februar bist du nach deiner Meinung gefragt.

    PS.: Sag mal Jazzy …. nur weil du meinst, „insider“-Wissen zu haben über die Wasser-Filme, die Wasserwirtschaft und die Wassertechnik und das alles beurteilen zu können: bist du eigentlich Stephan Natz, der Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe oder ein Alias von Matthias Kolbeck? Ich frage nur, weil man hier in Berlin außer dafür bezahlten BWB- oder Veolia-Angestellten so wenig Menschen mit Insiderwissen trifft, die das Unternehmen loben, das dafür verantwortlich ist, dass sie von den Bürgern aller Millionenstädte Deutschlands das meiste Geld für ihre Wasserlieferung bezahlen müssen – sogar der Sprecher der Berliner und Brandenburgischen Unternehmer hält die Berliner Wasserpreise inzwischen für einen Standortnachteil. 😉

    • Jazzy says:

      Lieber Demokrat,

      bitte keine Paranoia. Ich bin nicht Herr Natz oder Kolbeck oder alias sonstwer, nur weil ich nicht mit dem Strom schwimme. Dieser Strom unterschreibt auf Listen, ohne zu wissen, was er da eigentlich unterschreibt. Wird schon stimmen, das Wasser gehört uns! Das will ich auch-denkt der Strom….Ich finde eigentlich, dass sich Veolia hier im Forum sehr neutral und klar darstellt in ihren Aussagen.
      Ich bin eine Berlinerin, die sich für Umwelt und Tierschutz interessiert. Wenn ich von Insider spreche, meine ich die, die mit diesem Thema verwurzelt sind, die in diesem Bereich arbeiten oder forschen. Ich lese viel, diskutiere mit Freunden und Bekannten, die wirklich im Geschehen sind und habe auch Bekannte, die Mitarbeiter öffentlicher bzw. staatlicher Einrichtungen bzw. Ämter sind oder waren.
      Viele Menschen werden kritisch, wenn sie Berichte lesen oder hören. In dem Moment, wo ich Berichterstattungen höre, die ich als einseitige Berichterstattung empfinde, werde ich mistrauisch. In jeder Behauptung ist sicherlich ein Körnchen Wahrheit, was wie immer so hochgeschaukelt wird, dass es mit der eigentlichen Wahrheit nichts mehr zu tun hat. Wie gesagt, ich denke, dass auch Großkonzerne Fehler machen.
      Aber allein die Tatsache (FAKTEN), dass ein Herr Wolf im Aufsichtsrat der BWB sitzt und Mitbestimmung hat in diesem Unternehmen, vor allem auch, was die Tarifstrukutur Wasser betrifft, um hinterher das Bundeskartellamt einzuschalten, um eigentlich seine Mitbestimmung der Wasserpreise kritisch überprüfen zu lassen (sein eigenes Unternehmen in den Rücken zu fallen) ist schizophren und stimmt mich mehr als KRITISCH. Was soll ich denken. Soll ich glauben, dass er in der Aufsichtsratsitzung saß und den 5mm Kaliber im Rücken spürte, als er den Wasserpreiserhöhungen zustimmte? Warum hat wohl Frau Fugman-Heesing die Verträge so abgewickelt? Sie brauchten Geld, sie sind nicht in der Lage, so ein Betrieb staatlich zu führen? Da kommt ein Investor und macht ein lukratives Geschäft und ein Betrieb arbeitet im Gegenzug dafür effektiver. Die D-Bahn macht Beispiel. Warum sind die privaten Züge in Deutschland pünktlicher, sauberer und organisierter (Fahrradabteil, Verbot Alkohol, super Dienstleistung) ? Oder schauen wir uns doch die S-Bahn in Berlin an. Da wird an der Instandhaltung gespart und es werden lebensbedrohliche Risiken in Kauf genommen. Da steht kein S-Bahn Tisch mit Unterschriftenlisten an jeder Ecke-und der Fahrpreis wird erhöht, trotz wirklicher Skandale.
      Ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass durch eine Rekommunalisierung die Qualität oder der Preis leiden wird (oder beides). Und darum geht es doch hier….
      Wenn Veolia bereit ist, die Verträge neu zu verhandeln, finde ich es gut. Warum ist der Senat im Gegenzug nicht bereit, auch seine Grundwasserentnahmeentgelt (ca. 54 Mio.) zurückzunehmen. Das würde sich auch auf die Preiskalkulation auswirken. Dafür wollen sie jetzt die Konzessionsabgabe erhöhen. Es geht also nicht um die Entlastung der Wasserzahler! Also ehrlich..was macht der Senat von Berlin mit diesem großen Gewinn, die er über diesen Vertrag erhält. Was die Privaten damit machen, ist mir klar. Sie haben Milliarden für die „Sanierung“ bezahlt und bedienen u.a. auch ihre Kredite. Ich habe gelesen, dass der Senat VOR dem Verkauf noch weitere Millionen aus dem Betrieb gezogen hat-Diese Frage möchte ich gerne beantwortet haben (auch gerne von den Pressesprechern) Die Rohrnetze und Anlagen sind konzipiert auf ein bestimmtes Wasservolumen. Da der Wasserkonsum erheblich abgenommen hat, wirkt es sich auch auf diese Systeme aus. Das kostet ebenfalls Geld, was durch den Verbrauch gespart werden könnte. Durch größere Wasserabnahme könnte sich sowieso eher auch der Preis senken (Logik?) Wasseraufbereitung- und Bereitstellung ist und war schon immer ein Geschäft und keine ehrenamtliche Arbeit.
      Aussagen Berliner und Brandenburgischen Unternehmerverband oder Aussage der IHK. Wiederspruch?
      Fakten: Was die Inhalte der Filme betrifft, so habe ich mich selbst ins Kino gesetzt und das Vergnügen gehabt, mich zumindest mit Wissenschaftlern zu unterhalten, die zu den Themen Wasserqualität, weibliche Fische, Naturschutzzonen und Oberflächenwasser bezogen auf den Bericht nur den Kopf geschüttelt haben. Das reicht mir schon, um zu wissen, dass schlecht recherchiert wurde, zumindest in diesem Bereich. Alle anderen Bereiche, die zu hinterfragen sind, sollten die INSIDER der Wasserbranche beantworten.
      Aber das ist ja eigentlich Eure Aufgabe, das und zwar von der Wurzel aus zu recherchieren.
      Jazzy 😉

      • Demokrat says:

        Hallo Jazzy,

        „Lieber Demokrat, bitte keine Paranoia. Ich bin nicht Herr Natz oder Kolbeck oder alias sonstwer,“ – wieso paranoid? – das würde mich gar nicht stören, schließlich kommuniziere ich gerne mit Herrn Natz und Herrn Kolbeck. Meine Fragen zu dem Film waren ja auch an Herrn Kolbeck gestellt. Ich wiederhol‘ sie hier noch einmal:

        „Warum setzt sich Veolia nicht inhaltlich mit dem Film WASSER UNTERM HAMMER auseinander? Man hört von dir als insider leider auch nur vage Anschuldigungen wie ,schlechten einseitigen Recherche‘ oder ,mit Hetzkampagnen ihren Ruf zu schädigen,‘ sieht aber keine Belege. Ist das nicht selbst diffamierend und rufschädigend? Was stimmt denn genau an dem Film nicht? Habt Ihr denn mit den Filmemachern gesprochen? Wenn ja, wann? Und was haben diese gesagt? Stimmt es, dass der Veolia-Geschäftsführer Herr Hüls in einem Brief behauptet, mit dem ARD-Chef Herrn Herres über den Film gesprochen zu haben? Wieso behauptet der NDR, eine Anstalt öffentlichen Rechts, nach eingehender Prüfung, dass in WASSER UNTERM HAMMER inhaltlich alles stimmt und dass sie keinen Grund sehen, sich davon zu distanzieren?
        Das sind ganz konkrete Fragen. Also bitte, jetzt mal Fakten, Fakten, Fakten 😉 – was wird in dem Film falsch dargestellt?“

        Leider habe ich darauf bislang weder von dir noch von Herrn Kolbeck eine Antwort bekommen.

        Nun zu deiner Antwort, Jazzy. Mit dir zu kommunizieren ist ja auch sehr nett, aber etwas anstrengend. Du bringst immer so viele Sachen durcheinander, produzierst Halbwahrheiten, erzählst weiter, was man dir erzählt, als ob du es selbst wüsstest (wie du selbst sagst) etc.

        Ein Beispiel: was hat die S-Bahn damit zu tun, dass Veolia versucht, zwei Filmemacher kleinzuprozessieren, in deren gut gemachten und unterhaltsamen Filmen sie keine inhaltlichen Fehler nachweisen kann (WASSER UNTERM HAMMER; WATER MAKES MONEY ist am 22. März um 20.15 sogar auf Arte zu sehen, beide bestellbar bei KERN-Film). Die Regisseure haben es inzwischen bei WASSER UNTERM HAMMER sogar amtlich, dass inhaltlich alles richtig ist. Ich finde nicht, dass du einfach weiter erzählen kannst, dass der Film auf einer „schlechten einseitigen Recherche“ beruht oder „mit Hetzkampagnen“ versucht, Veolias „Ruf zu schädigen,“ nur weil dir jemand erzählt hat, das wäre so. Veolia versucht offensichtlich mit diesen falschen Behauptungen, die Filmamacher unglaubwürdig zu machen – das, was du diffamieren nennst. Wenn du so etwas weiter erzählst, ohne dich selbst davon zu überzeugen, ob es stimmt, wärst du ja keinen Deut besser.

        Übrigens sind laut einer Rundfrage der Morgenpost zwei Drittel der Berliner für eine Rekommunalisierung (das geht sogar über das hinaus, was im Volksentscheid gefordert wird). Besonders unter den älteren Berlinern wird die Zustimmung immer höher. – Warum? Weil die noch den Vergleich mit den kommunal geführten Wasserbetrieben aus eigener Erfahrung haben und nicht nur vom HörenSagen kennen. Die waren auch nicht unbedingt mit der kommunalen Wasserwirtschaft zufrieden. Nur, so schlecht wie mit Veolia war es noch nie. Die merken auch einfach in ihrem Portemonnaie, dass sie jetzt privatisiert sind. Das wird nämlich seitdem immer dünner, und ich glaube nicht, dass du oder deine „Wissenschaftler“ und „Freunde und Bekannte, die wirklich im Geschehen sind […], Bekannte, die Mitarbeiter öffentlicher bzw. staatlicher Einrichtungen bzw. Ämter sind oder waren“ jetzt von Haus zu Haus gehen und denen ihre zuviel gezahlten Wasserkosten zurückerstatten werdet. 😉

        Zu deiner Kritik an Wirtschaftssenator Wolf – ja, darüber möchten alle gerne mehr wissen. Deswegen wollen wir ja auch alle bei dem Volksentscheid mit JA stimmen. Es geht dabei darum zu erfahren, was der Senat und die Privaten genau vereinbart haben. Veolia und RWE haben ja eigentlich erst einmal gar nichts mit dem Volksentscheid zu tun. Weiß auch nicht, warum die auf einmal so nervös werden. Wenn die Verträge in Ordnung sind, ist doch alles OK. Der Volksentscheid ist ja vor allem entstanden, um politischen Druck auf den Senat auszuüben, damit er sich transparenter verhält. Veolia und RWE sind ja nicht vom Himmel gefallen, die hat der Diepgen-Senat eingeladen und der Wowereit-Senat hat die Geschäfte in ihrem Sinne fortgeführt. Nur weil keine der großen Parteien bislang sonderlich aktiv dabei war, die Geheimnistuerei zu beenden (nach dem Volksbegehren wars dann angeblich kein Problem mehr), müssen ja wir Bürger dazu ein Gesetz beschließen. CDU und SPD haben in dieser Angelegenheit fast genauso verfahren wie SPD und Linke:

        In seiner Eigenschaft als Wirtschaftssenator und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe räumte Senator Wolf dabei den privaten Mitgesellschaftern Veolia und RWE finanzielle Vorteile ein. Diese Gesetzes- und Vertragsänderungen waren pikanterweise als finanzielle Kompensation gedacht, denn der Berliner Verfassungsgerichtshof hatte zuvor einen Teil der Gewinngarantien, die der Diepgen/Fugmann-Heesing-Senat den Privatunternehmen zugedacht hat, für verfassungswidrig erklärt. Der Wowereit/Wolf-Senat hat mit seinen Beschlussvorlagen, die er ins Abgeordnetenhaus einbrachte, die Privatisierungspolitik genau im Sinne seines Vorgängers nachgebessert. Wenn du dich darüber informieren möchtest, kannst du mal auf http://www.berliner-wassertisch.net gehen, da sind auch noch einige Materialien zu finden.

        Der Volksentscheid wendet sich ja gerade dagegen, dass Senator Wolf zwar im Aufsichtsrat sitzt, aber die Geschäftsleitung in den Händen der Privaten ist. Wenn Wolf Einfluss auf die Preise will, muss er anscheinend das Kartellamt anrufen – da hast du vollkommen Recht, das ist ein Skandal.

        Genauso wie es grundsätzlich verboten sein sollte, dass vom Senat städtisches Eigentum verkauft wird, um verdeckte, aber dafür überteuerte Kredite aufzunehmen, die dann nachher z. B. über die Wasserpreise von den Bürgern zurückgezahlt werden müssen.

        Daher nicht vergessen, Jazzy, am 13. Februar ist in Berlin Tag der Demokratie und dann erfahren wir mehr und zwar PER GESETZ! :-)

        Grüße vom Demokraten

        Tip: wenn ich Werbung für die Privatisierungsgemeinde machen wollte, würde ich den Berlinern lieber nicht mit der S-Bahn kommen. Die Zugdichte, die nach der Umstellung der S-Bahn auf Privatwirtschaft mit echten Wirtschaftsmanagern erreicht wurde, haben noch nicht einmal die Flächenbombardements der Alliierten im 2.Weltkrieg erreicht, dafür musste die Rote Armee schon im Häuserkampf vorrücken – hat ein Journalist errechnet.

        • Jazzy says:

          Hallo Demokrat,

          „wieso paranoid? – das würde mich gar nicht stören….“
          ,falls es dich nicht stört, schön, mich stört es dann aber, mit einer paranoiden Persönlichkeit zu kommunizieren.
          Auf einige Fragen anworte ich gezielt nicht, denn alle Wahrnehmungen, Meinungen durch eigene Recherche, eigene Interesse, Meinungen von Fachleuten (mein Bruder und Freundin arbeiten z.B. im Wasserforschungsbereich eines nicht von privat geförderten Forschungsinstitut in Deutschland..) werden genauso wenig hier zugelasssen, wie die Aussage der Personen in Filmen, die mit Hilfe ganz gezielter Filmschnitte zu einen von den Personen nicht gewollten, dem Inhalt und Ziel des Filmemacher passender, Aussage kommen. Und das betrifft jede Art solcher Berichte, unabhängig davon ob einige Wahrheiten darin vorkommen. Es gibt Menschen, die nicht nur nachplappern, was sie gehört haben. Manche Dinge erkennt sogar ein Blinder mit dem Krückstock , wenn er nicht bereits von einer Meinung im Vorfeld besessen ist.. und meine persönliche Erfahrung mit der Presse- ich werde ein Teufel tun, hierzu eine Erklärung abzugeben.
          Bitte akzeptiere einfach, dass andere auch eigene Wahrnehmungen und Erfahrungen haben. Ich bin privat im Umweltschutz tätig und interessiere mich dafür. Mein Maßstab sind nicht die Rentner, bei denen früher alles besser und billiger war (sie sind auch Schuld an den vielen Umweltproblemen, denn sie gehören zu den naiven Profiteuren) und die behaupten dürfen, jetzt ist das Wasser schlechter und auch teurer in Berlin, und die Mauer sollte auch wieder gebaut werden.
          Es ist richtig, wenn Herr Natz auf das Umweltverhalten der Bevölkerung hinweist. Warst Du schon mal in einem Klärwerk oder Müllverbrennungsanlage? Das reicht zumindest, um sich eine Idee davon zu machen, was hier im Abwasserbereich geleistet wird (Aufwand/ Leistung=Kosten/Geld)
          Und warum sollte ich zum Wassertisch gehen…..den Oberindianer habe ich ja im Kino erlebt…absolut unmöglich in der Wissenschaftsdiskussionsrunde…und Fanatiker sind wie wir wissen gefährlich…ob pechschwarz rechts oder stinkend links…
          Weißt Du eigentlich, dass in den anderen Foren zur Volksabstimmung weitaus objektiver diskutiert wird? Da kann man mit Beführwortern der Rekommunalisierung auch mal die Vor- und Nachteile in Ruhe erörtern. Ob die Verträge vollständig offengelegt werden oder nicht…ich bin nicht für eine Rekommunalisierung aus den genannten Gründen-
          Erkläre doch bitte, was besser sein würde, wenn das Wasser vollständig in staatlicher Hand wäre?
          Meiner Meinung nach können die Rentner jetzt schon ein Sparpaket für die Wasserpreise der dann folgenden Jahre einrichten.
          Jazzy

          • Demokrat says:

            @Jazzy: „paranoid“, „Auf einige Fragen anworte ich gezielt nicht“ , „besessen“, „meine persönliche Erfahrung mit der Presse- ich werde ein Teufel tun“, „die Rentner, bei denen früher alles besser und billiger war“, „Oberindianer“, „absolut unmöglich“, „Fanatiker“, „pechschwarz rechts oder stinkend links“, „und die Mauer sollte auch wieder gebaut werden“

            „Weißt Du eigentlich, dass in den anderen Foren zur Volksabstimmung weitaus objektiver diskutiert wird? Da kann man mit Beführwortern der Rekommunalisierung auch mal die Vor- und Nachteile in Ruhe erörtern.“

            interessant.

            Liebe Jazzy,
            das sind alles Zitate aus deinem letzten Kommentar. Ich muss gestehen, in Foren, in denen alle derart robust miteinander kommunizieren, halte ich mich in Regel nicht lange auf. Ich glaube auch nicht, dass der typische Privatisierungsbefürworter so argumentiert, Herr Kolbeck auf jeden Fall nicht. :-)
            Mir wäre lieber gewesen, du hättest ruhig, nett und sachlich auf einen Kommentar oder eine Frage zum WATER MAKES MONEY-Film geantwortet (das ist hier übrigens eigentlich Gegenstand des Forums).

            z. B. auf diesen:
            „Die Regisseure haben es inzwischen bei WASSER UNTERM HAMMER sogar amtlich, dass inhaltlich alles richtig ist. Ich finde nicht, dass du einfach weiter erzählen kannst, dass der Film auf einer „schlechten einseitigen Recherche“ beruht oder „mit Hetzkampagnen“ versucht, Veolias „Ruf zu schädigen,“ nur weil dir jemand erzählt hat, das wäre so. Veolia versucht offensichtlich mit diesen falschen Behauptungen, die Filmemacher unglaubwürdig zu machen – das, was du diffamieren nennst. Wenn du so etwas weiter erzählst, ohne dich selbst davon zu überzeugen, ob es stimmt, wärst du ja keinen Deut besser.“

            Wenn Veolia, die von Herrn Kolbeck ja hier auf dem Forum vertreten ist, sich nicht dazu äußert (obwohl er auf anderen Foren sehr aktiv ist), muss man ja davon ausgehen, dass WATER MAKES MONEY gezielt unmöglich gemacht werden soll. Dabei ist der Film sehr zu empfehlen. Ich fand ihn sehr informativ. Und es kommen auch französische Kollegen von Herrn Kolbeck zu Wort.

            Interessant ist die Stelle, an der eine Mitarbeiterin des privaten Wasserunternehmes versucht, den Leuten Wasser mit Chlor schön zu reden. Natürlich sieht Veolia das nicht gerne in einem Film, der in Deutschland zu sehen ist, wo das Wasser lt. GESETZ nur in Notständen gechlort werden darf.

            Veolia chlort das Wasser in Frankreich, weil das billiger ist für sie („die Rentner, bei denen früher alles besser und billiger war“ (dein Zitat, Jazzy) wissen übrigens noch wie das schmeckt. Es war früher eben nicht alles besser und viele wissen auch noch, wie gechlortes Wasser schmeckt – in der Nachkriegszeit wurde das Wasser auch in Berlin gechlort).

            Wenn Veolia hier chloren dürfte, spricht eigentlich nichts dagegen, dass sie es hier nicht machen würden. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es allemal für sie. Aber hättest du Lust, deinen Kaffee mit chloriertem Wasser zu trinken?

            Und findest du wirklich, dass man solche Szenen nicht zeigen darf? Ein Bild sagt doch manchmal mehr als tausend Worte des Pressesprechers oder seine Statistiken. Woher sollen die Menschen denn wissen, was ihr privater Wasserversorger an seinem französischen Konzernsitz unter guter Wasserqualität versteht?

            Siehst du, und damit solche Informationen nicht unter der Decke bleiben, brauchen wir Filmemacher, die nach Frankreich oder sonst wohin fahren und sich vor Ort umsehen und berichten.

            Und damit unsere Geheimverträge nicht geheim bleiben, sondern per GESETZ und EINSCHLIEßLICH ALLER BESCHLÜSSE UND NEBENABREDEN offengelegt werden, müssen wir alle beim Volksentscheid am 13. Februar mit JA stimmen.

            Grüße vom Demokraten :-)

  4. Jazzy says:

    „Mir wäre lieber gewesen, du hättest ruhig, nett und sachlich auf einen Kommentar oder eine Frage zum WATER MAKES MONEY-Film geantwortet (das ist hier übrigens eigentlich Gegenstand des Forums).“ zitat von Demokrat

    EBEN- DITO- Du hast dich eben selbst zitiert. Meine Empfindungen und Meinungen werden eben auch unsachlich kommentiert – wenn überhaupt wahrgenommen..denn dazu habe ich mich schon geäußert.
    Ich kann hier auch mit den Antworten an die genannten Pressesprecher keinen konstruktiven Austausch feststellen. Und der Unterschied zu ihnen ist, dass sie sich eher stark zusammenreißen müssen in ihren Aussagen. Das haben sie ja gelernt. Provokationen und Unsachlichkeit bringen ja auch keinen weiter.

    Hier nochmal:
    Der Film „Water makes money“ selbst ist nicht schlecht gemacht und regt zum nachdenken an. Warum aber sind Wissenschaftler, die im Kino gesessen haben, nicht Einverstanden, mit einigen Aussagen im Film die die wissenschaftliche Seite betreffen. Es gab gute Diskussionen, wenn nicht Wassertisch alles zerredet hätte. Warum wurde in dem Film nicht die andere Seite befragt. Warum wurden in der Befragung nicht Wasserforscher hinzugezogen?

    Natürlich habe ich nichts gegen das Hinterfragen von Vermutungen (aber nicht Behauptungen)- wer sind die Personen die man befragt (welche Motivation zu Aussagen stecken dahinter) Es sind trotzdem einseitige Befragungen-abgeschnittene Sätze..das gefällt mir nicht. Es wäre mir lieber, alle diese Personen an einen Tisch LIFE zu hören, ohne Einschnitte, zusammengesetzte Sätze etc..Da wäre sicherlich etwas anderes herausgekommen.
    Keiner will und darf das Wasser generell chloren, das hätte auch eine Veolia nicht durchsetzen können, selbst wenn sie gewollt hätten. In Frankreich wird nicht nur aus kostengründen gechlort, denke ich. Falls diese Idee des Wasserchlorens seitens der Privaten kam, haben sie eben falsch gedacht..und..? chloren wir jetzt in Berlin? NEIN!
    Wenn Rentner meinen, das Trinkwasser war früher besser (abgesehen vom Preis), möchte ich wissen, wie man zu so einer Aussage kommt.
    Die zweite Frage, warum sollte es besser und billiger werden, wenn verstaatlicht.
    Sind die Rentner Wasserexperten, dass sie wissen, inwieweit das Wasser schlechter geworden ist?
    Wasser wird nur teilweise in Notfällen gechlort, sonst nicht. Haben die Wasserverbraucher einen wirklichen Überblick über die Tarifstruktur und Erhöhungen?
    Falls wirklich alle Details aus den Verträgen, die die Allgemeinheit interessieren könnte, offengelegt werden sollten, bin ich gespannt, ob man danach schlauer ist.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass unter der Bedingung von entsprechenden Auflagen und Kontrollen, die Teilprivatisierung eine gute Sache ist.
    Jazzy

    • Demokrat says:

      Hallo Jazzy,

      Jazzy sagt: „Der Film “Water makes money” selbst ist nicht schlecht gemacht und regt zum nachdenken an.“

      nur mal vorweg, ich finde klasse, dass du über deinen Schatten springst und auch als erklärter Privatisierungsbefürworter die Leistung der Filmemacher würdigst. So fair ist leider nicht jeder hier im Forum. Ein Dokumentarfilm ist dann gut, wenn er zum Nachdenken anregt und Kontroversen erzeugt – und das kann man von WATER MAKES MONEY von Franke und Lorenz ja wohl zu Recht behaupten.

      Mit den Aussagen von Wissenschaftlern ist das nicht anders als mit Rechtsanwälten und den Medizinern, wenn man zwei fragt, bekommt man drei Meinungen. Eine Entscheidung bleibt einem daher leider nicht erspart. Wichtig ist es daher, die Argumente abzuwägen, ob sie logisch sind.

      Das Problem ist, dass Veolia im Bereich der Wasserforschung hier viel finanziert, vielfach muss man erst im Internet nachrecherchieren, bevor man erfährt, dass Veolia zu 50 Prozent oder mehr an einem Kompetenzzentrum Berlin beteiligt ist. Wenn du dich an von Veolia bezahlte Personen wendest, wirst du wahrscheinlich nicht viele finden, die sich gegen ihren Arbeitgeber äußern. Das kann man beklagen – ist aber so. Deswegen ist Beamten zum Beispiel auch nicht jede Nebentätigkeit erlaubt, da muss immer erst eine Interessensabwägung stattfinden. Erfahrene Journalisten schauen bei einer wissenschaftlichen Studie immer zuerst, wer hat die bezahlt. (Des‘ Brot ich fress – des‘ Lied ich sing)

      Jean-Luc Touly hat in Paris bei Veolia-Frankreich die Geschäftsmethoden seines Arbeitgebers dort öffentlich gemacht und musste sich dann seinen Arbeitsplatz – soweit ich weiß – erst wieder mühselig vor Gericht einklagen (ob ihm das vor dem Gericht gelungen ist, musst du Herrn Kolbeck fragen, der weiß das besser). Auch in seinem Buch wurden übrigens keine inhaltlichen Fehler gefunden. Wenn deine Freunde bei Veolia das Gegenteil behaupten, dass frag mal nach der Seitenangabe und was genau da falsch ist. Da wird wahrscheinlich nicht viel bei rumkommen. Inzwischen hat Paris übrigens auch wieder auf kommunale Wasserwirtschaft umgestellt. In dem Film WATER MAKES MONEY erklärt die sympathische Bürgermeisterin Anne Le Strat von Paris auch genau weswegen. :-)

      Die Filmemacher hatten ja auch ihre wissenschaftlichen Berater und haben sich die Arbeit, wie du erkennen kannst, nicht leicht gemacht. Dort wird auch der Zusammenhang zwischen Chlor und möglichen Kostensenkungen ziemlich eingängig dargelegt. Die Filmleute müssen auch mehr als sehr gut recherchieren, denn es ist ja nicht leicht, eine Prozesswelle durchzustehen, die gegen eine gut gefüllte Konzernkasse geführt wird. Die Berliner Wasserbetriebe haben allein aus ihrem Wassermonopol (so nennt Herr Kolbeck das) 280.000.000 Euro in die Betriebskasse gespült. Der Anteil von Veolia beträgt daran immer noch zig Millionen. Herr Kolbeck wird dir genau sagen können, wieviel, wenn du ihn fragst.

      Jazzy sagt: „Die zweite Frage, warum sollte es besser und billiger werden, wenn verstaatlicht.“ Die Antwort steht schon oben. Ich frage mich, wie man den Menschen 280 Millionen mit einem Monopolbetrieb aus der Tasche ziehen kann und sich dann noch wundert, dass einen keiner mag. Verstehst du das?

      Ich bin mal gespannt, was der Volksentscheid am 13. Februar bringt.

      Grüße vom Demokraten

      PS: zu den Menschen, die heute im Rentenalter sind, wollte ich nur sagen, dass diese aus der Nachkriegszeit noch wissen, wie gechlortes Wasser schmeckt, pur oder im Kaffee. Und das erwähne ich nur deswegen, weil es zur Geschäftspolitik von Veolia gehört, in Frankreich ohne Not aus Kostengründen Chlor einzusetzen (wie in den inhaltlich richtigen Filmen erklärt wird). Glaubst du wirklich, Veolia würde das in Deutschland nicht machen, wenn es hier damit höhere Gewinne erzielen könnte? Immerhin sind Konzerne ja verpflichtet, ihren Aktionären Gewinne auszuschütten.

      • Jazzy says:

        Der Film water makes money war in seiner Art hauptsächlich besser produziert im Gegensatz zu Wasser unterm Hammer

        Demokrat: „Mit den Aussagen von Wissenschaftlern ist das nicht anders als mit Rechtsanwälten und den Medizinern, wenn man zwei fragt, bekommt man drei Meinungen. Eine Entscheidung bleibt einem daher leider nicht erspart. Wichtig ist es daher, die Argumente abzuwägen, ob sie logisch sind“.

        Ich will Dir, Privatisierungsgegner, auch nicht Dein gefestigtes Weltbild nehmen, auch wenn Du Fakten und Ergebnisse aus Forschung Umwelt und Medizin in Frage stellst. Hätte Frau Franke und Lorenz zu diesem Thema Wissenschaftler hinzugezogen, hätten sie das Thema „die Bretagne und die Austern“ sowie die Algenbildung nicht in ihrem Film der Antiprivatisierung so erwähnt. Dazu hätte sie sich nämlich an das Landwirtschaftsministerium wenden müssen. Frau Franke selbst, hat dies in der direkten Diskussion vor der Filmvorführung erkannt.

        Demokrat: „Das Problem ist, dass Veolia im Bereich der Wasserforschung hier viel finanziert, vielfach muss man erst im Internet nachrecherchieren, bevor man erfährt, dass Veolia zu 50 Prozent oder mehr an einem Kompetenzzentrum Berlin beteiligt ist. Wenn du dich an von Veolia bezahlte Personen wendest, wirst du wahrscheinlich nicht viele finden, die sich gegen ihren Arbeitgeber äußern.“

        Diese Forscher verschiedener Forschungseinrichtungen aus Berlin und Umland sind wahrscheinlich dankbar, dass sie Projekte durchführen können, gemeinnützige Projekte in der Wasserforschung und sicherlich hauptsächlich von diesem bösen Unternehmen „Veolia“ gesponsert. In dem Kino haben genau auch diese, sowie auch Wissenschaftler anderer Forschungseinrichtungen (staatliche), über die für sie relevanten Themen gesprochen und die im Film gezeigten Probleme wissenschaftlich erklärt und richtig gestellt. Darüber waren die Filmemacher sehr dankbar. Die Wissenschaftler haben auch dem Publikum verständlich gemacht, sich über die wirtschaftlichen Themen nicht äußern zu wollen, da sie Forscher und keine Manager sind.

        Demokrat.: „1. Das kann man beklagen – ist aber so. Deswegen ist Beamten zum Beispiel auch nicht jede Nebentätigkeit erlaubt, da muss immer erst eine Interessensabwägung stattfinden. Erfahrene Journalisten schauen bei einer wissenschaftlichen Studie immer zuerst, wer hat die bezahlt. (Des’ Brot ich fress – des’ Lied ich sing)“

        Zu 1. Das kenne ich eigentlich eher von journalistischen Arbeiten (-das was ich tu-traue ich auch dem anderen zu-) Diese Eigenschaft trifft charakteristisch denke ich, eher auf Journalisten als auf Naturwissenschaftler zu.

        Demokrat: „Jazzy sagt: „Die zweite Frage, warum sollte es besser und billiger werden, wenn verstaatlicht.“ Die Antwort steht schon oben. Ich frage mich, wie man den Menschen 280 Millionen mit einem Monopolbetrieb aus der Tasche ziehen kann und sich dann noch wundert, dass einen keiner mag. Verstehst du das?“
        Nach meiner Berechnung, müsste das Land Berlin über 2 Milliarden Euro (welches sie nicht hat) an die Privaten zurückzahlen und daher selbst ein Kredit aufnehmen (oder noch einige Sozialeinrichtungen schließen) abgesehen von dem Geld, welches sie selbst aus dem Betrieb ziehen… ….aber Herr Kolbeck kann das hier sicherlich besser erklären.., ich bin kein Experte aber auch kein Milchmädchen.

        Demokrat: „PS: zu den Menschen, die heute im Rentenalter sind, wollte ich nur sagen, dass diese aus der Nachkriegszeit noch wissen, wie gechlortes Wasser schmeckt, pur oder im Kaffee. Und das erwähne ich nur deswegen, weil es zur Geschäftspolitik von Veolia gehört, in Frankreich ohne Not aus Kostengründen Chlor einzusetzen (wie in den inhaltlich richtigen Filmen erklärt wird). Glaubst du wirklich, Veolia würde das in Deutschland nicht machen, wenn es hier damit höhere Gewinne erzielen könnte?…….“

        Nein, das denke ich nicht.
        Zum Thema Chlor:
        Chlorgas ist ein Desinfektionsmittel und kann dem Trinkwasser zugesetzt werden. In Deutschland ist die Zugabe und der Grenzwert von Chlor im Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung geregelt, sowie Herr Kolbeck es bereits erwähnte. Es gibt andere Desinfektionsverfahren (chemische und physikalische) aber die genannten Verfahren haben keine Depotwirkung, das heißt: wenn es nach der Desinfektion in der Wasserleitung zu Bakterienwachstum kommt, dann wirkt nur noch ein Mittel, dass im Wasser vorhanden ist. Und diese Bedingung erfüllt Chlor bzw. Chlordioxid. Chlor wir in über 120 Ländern auf der ganzen Welt zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt. Wenn ein Leben lang desinfiziertes Trinkwasser mit 0,3 Milligramm/Liter (Chlor) getrunken würde, würde das nach den Aussagen der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Gemeinschaft und dem Gesundheitsministerium nicht schaden.
        Wenn wir also entsprechend sorgsam mit dem Wasser umgehen, das betrifft hauptsächlich auch indirekte Einflüsse wie Landwirtschaft, etc., dann wirkt sich das auch auf die Qualität des Rohwassers und letztlich auch auf das Trinkwasser aus und es kann auf Chlorung verzichtet werden, wie hier bei uns in Berlin und deutschlandweit. (Informationen können gern über das Umweltbundesamt eingeholt werden)
        Da ich feststellen muss, dass ich bei den Demokraten als Veolia Fan oder Freund der Pressesprecher, die damit nun wirklich nichts zu tun haben, reduziert werde und es hier nicht gewünscht ist, anonym aufzutreten, sehe ich kein weiteren Bedarf hier mitzuwirken. Ich stehe nicht wie sie alle in der Öffentlichkeit und bewahre immer meine Privatsphäre im Internet. So etwas ist mir in anderen diversen Blogs noch nie passiert.
        Die Anspielung auf die Identifikation meiner IP Adresse verstößt nicht nur gegen das Datenschutzgesetz sondern auch der Philosophie einer wahren Demokratie.
        Und ich nehme mir die Freiheit und das Recht zu sagen, dass ich nichts gegen eine gut geführte Teilprivatisierung habe.
        Jazzy

        • Demokrat says:

          Liebe Jazzy,

          nun, wo du zum Abschied noch einen langen Kommentar geschrieben hast, möchte ich dir die Antwort nicht schuldig bleiben.

          Es kann übrigens in den besten blogs vorkommen, dass jemand darauf hingewiesen wird, dass seine IP-Nummer sichtbar ist. In der Wikipedia sind die IP-Adressen beispielsweise auch einsehbar. Dies erfolgte, glaube ich, weil die Kommunikationsabteilungen von Wirtschaftsunternehmen und sonstigen Organisationen zu oft versucht haben, ihre Seiten dort zu manipulieren. Im Grunde genommen ist es ganz nett vom Moderator, dich darauf hingewiesen zu haben – er hat sie ja nicht ins Netz gestellt.

          In besonders schlimmen Fällen geht es auch härter. So haben die bildblogger den Namen von Konstantin Neven DuMont geoutet, weil sich dieser auf dem bildblog als Troll betätigt hat. Trolls sind Leute, die absichtlich die Diskussion stören und die anderen blogger daran hindern, sich über das eigentliche Thema zu unterhalten. Bei Neven DuMont war das so krass, dass er anschließend aus seiner Firma gefeuert wurde. Insofern könntest du dich eigentlich bei dem Administrator für seinen freundlichen Hinweis und die Diskretion bedanken.

          Außerdem finde ich, dass sich dein Stil seitdem sehr gebessert hat. Weißt du noch, wie du hier angefangen hast:

          @Jazzy: „paranoid“, „Auf einige Fragen anworte ich gezielt nicht“ , „besessen“, „meine persönliche Erfahrung mit der Presse- ich werde ein Teufel tun“, „die Rentner, bei denen früher alles besser und billiger war“, „Oberindianer“, „absolut unmöglich“, „Fanatiker“, „pechschwarz rechts oder stinkend links“, „und die Mauer sollte auch wieder gebaut werden“…

          Mit den Wissenschaftlern ist das übrigens nicht anders als mit den Journalisten, die sind auch nur Menschen. Die halten auch nicht immer die journalistischen Standards ein. Natürlich ist es auch für die einfacher und lukrativer, Gefälligkeitsartikel zu schreiben, das kommt gelegentlich vor. Viele wechseln dann auch gleich die Seite und gehen in die PR Abteilungen von Unternehmen. Trotzdem halte ich es nicht für richtig, gleich die ganze Branche zu verurteilen, da gibt es immer solche und solche. Aber wenn du meinst, dass die alle gekauft sind, dann wird es dich vielleicht beruhigen, dass der Etat des Berliner Wassertischs, mit dem er das erfolgreichste Bürgerbegehren Berlins organisiert, hat nur ca. 11.000 Euro betrug. Die Berliner Wasserbetriebe haben hingegen einen Gewinn von 280.000.000 Euro eingefahren. Wenn Veolia der Berliner Zeitung das Geld für eine doppelseitige Anzeige überweist, ist das schon mehr als der gesamte Wassertisch-Etat. Da kannst du also sicher sein, dass von der Bürgerinitiative keine Beeinflussung stattgefunden hat.

          Bei den Wissenschaftlern ist es übrigens wissenschaftlich belegt, dass sich ihre Ergebnisse auch nach den Auftraggebern richten. Eine Untersuchung von der ETH Zürich ist kürzlich nach einem Vergleich von wissenschaftlichen Studien zu der Gefährlichkeit von der Handystrahlung zu diesem Ergebnis gekommen – da siehst du es: Wissenschaft gegen Wissenschaft. Wie du es auch drehst, du kommst nicht darum herum, dir selbst ein Urteil bilden zu müssen. Wenn man die Prozessakten zu den Zigarettenherstellern in den USA liest, kann man studieren, wie die Tabakkonzerne flächendeckend die Wissenschaft korrumpiert haben. Die Finanzierung von Forschung und Lehre durch die Wirtschaft ist immer problematisch. Es hat schon seinen Sinn, wenn Wirtschaft und Universität getrennt sind. Darin liegt auch die Problematik mit dem Veolia-Lehrstuhl an der TU.

          Für die Klärung der wirtschaftlichen Fragen sind wir alle genau so wie du auf die Offenlegung der Geheimverträge gespannt. Wenn diese einschließlich aller Beschlüsse und Nebenabreden veröffentlicht sind, kann man die Rekommunalisierungskosten genauer berechnen. Und wenn den Abgeordneten endlich ihr verfassungsmäßiges Recht auf Einsicht in die Senatsakten gewährt wird – der Großteil der berühmten 180 Ordner oben auf dem Bild – dann kann man nämlich zusätzlich schauen, ob vielleicht bei der Auftragsvergabe nicht alles korrekt verlaufen ist. Auch das ist schon vorgekommen, in dem Film werden einige Fälle aufgezählt.

          Zudem hat der Juraprofessor Schwintowsky aus Berlin festgestellt, dass die Auftragsvergabe rechtswidrig erfolgt ist, weil sie ohne Ausschreibung vonstatten ging. Der Vertrag sei daher ungültig und VEOLIA und RWE müssten dem Land sogar ihre Gewinne zurück erstatten, weil diese damit unberechtigt ausgeschüttet wurden. Dann käme man bei einer Rekommunalisierung überspitzt gesagt bei bei +/- Null heraus, weil die Privaten den Verkaufspreis ja schon in den letzten zehn Jahren als Gewinn eingefahren haben – das wäre damit abgegolten. Nicht schlecht, oder? Herr Kolbeck ist da allerdings anderer Meinung, aber Herr Kolbeck ist auch kein Jurist :) und vor dem Verfassungsgericht zum Beispiel haben Senat und Private schon dreimal Klagen wegen der Teilprivatisierung verloren.

          Und auch andersherum, wenn Berlin die Privaten mit den günstigeren Kommunalkrediten wieder auskaufen würde, dann könnten die Wasserbetriebe den Kaufpreis je nach Wasserpreis ebenfalls wieder in 10 Jahren einfahren. Und dann könnten die Preise wieder gesenkt werden. Beide Möglichkeiten lohnen doch auf jeden Fall den Weg zum Wahllokal, oder?

          Zum Thema Chlor, das dir so am Herzen liegt: da wird mir immer ein bisschen mulmig zumute, wenn mir mein Wasserversorger erzählt, wie praktisch und gesund das sei. Besonders, wenn ich weiß, dass er in Frankreich chlort und den Leuten dabei erzählt, wie klasse das schmecken würde. Also denn. Desinfektionsmittel möchte ich lieber nicht trinken, auch nicht, wenn es nicht nach Chlor, sondern nach Limo schmecken würde.

          Mit dem Chlor ist es ein wenig wie mit dem Nikotin: da sagen die einen, es würde Krebs erzeugen und die anderen bestreiten das. Erinnerst du dich noch an die Diskussionen um Asbest. Da war es ähnlich. Ich glaube nicht, dass ich da zu sehr auf die Leute vertrauen würde, die sich damit den Job leichter machen und Geld verdienen wollen.

          Der Einsatz von Chlor wird dann wahrscheinlicher, wenn zum Beispiel die Wasserleitungen nicht richtig gewartet werden und durch Löcher Schmutz eindringt – an der Instandhaltung sparen, bringt Geld. Die Wasserqualität ist auch schwieriger aufrecht zu erhalten, wenn man dezentrale Wasserwerke schließt. Dann werden die Leitungswege länger und somit die statistische Wahrscheinlichkeit von Schäden höher. Es wird auch komplizierter, die Wassergüte zu halten, wenn man Wasserwerke schließt und Wasserschutzgebiete aufhebt. Die Berliner Wasserbetriebe haben das erst kürzlich bei dem Wasserwerk Jungfernheide gemacht. Das war 100 Jahre in Betrieb. Jetzt sind die BWB schon in Verhandlungen, um den Flächennutzungsplan zu ändern und das Gelände auf den Immobilienmarkt zu bringen – das macht einen schönen Extraerlös. Das Wasserschutzgebiet jedoch ist für künftige Generationen unwiderruflich weg (treibt dir als Umweltschützer nicht die Tränen in die Augen?).

          Die Wasserqualität schützt man hingegen, indem man Wasserschutzgebiete einrichtet. Dort zum Beispiel ökologischen Landbau fördert. Dann kann man die Flächen zwar nicht als teures Bauland verkaufen, hat aber Wasser, welches man nicht chemisch behandeln muss. Paris macht das jetzt wieder, nachdem sie Veolia gekündigt haben. In Deutschland ist München dabei Vorreiter gewesen. Diese Sachen und ihre Zusammenhänge bekommt man wunderbar eingängig in dem Film WATER MAKES MONEY dargestellt, an dem ja weder du noch Herr Kolbeck einen sachlichen Fehler benannt habt. Übrigens ist München ein kommunal geführter Wasserbetrieb und bietet nach der Statistik der Wohnungsunternehmen (Vergleich der Großstädte) die günstigsten Preise der ganzen Bundesrepublik an.

          Und da wären wir bei deiner Frage, ob private oder kommunale Versorger zu bevorzugen sind. Das ist keine Frage des Weltbilds, sondern eine der besseren Argumente.
          Private müssen bei gleicher Qualität – wie du weißt – einfach schon allein deswegen teurer sein, weil sie noch die Bankzinsen für den Kaufpreis bezahlen müssen und Gewinne erzielen möchten. Das macht durchschnittlich so zwischen 10-20 Prozent aus, würde ich schätzen. Der FDP-Abgeordnete Henning Schmidt hat auf einer Veranstaltung für die Privaten in Berlin sogar eine Eigenkapitalrendite von über 20 Prozent errechnet. Damit sind sie theoretisch schon einmal teurer.

          Dann schau aber einmal in die Praxis. In der gewiss nicht privatisierungsfeindlichen Wasserpreis-Statistik der Wohnungsunternehmen (BBU) hat das kommunale München die günstigsten Preise und das teilprivatisierte Berlin die dritthöchsten (vor ihm liegen das ebenfalls privatwirtschaftlich geführte Halle und das ehemals privatwirtschaftliche und teuer rekommunalisierte Potsdam). Tendenz steigend. Ebenso ist das in Frankreich. Die privaten Wasserversorger sind im Durchschnitt immer erheblich teurer. Zufall, Weltbild? Das ist keine Weltanschauung, das ist die Realität.

          Ich könnte jetzt noch ewig so weiter schreiben und dir viele weitere Aspekte aus Theorie und Praxis erzählen, du hast sie in den Filmen selbst gesehen. Aber letztendlich läuft es bei der Wasserwirtschaft darauf hinaus: wenn der auf Rendite bedachte Wasserwerker seinen Job möglichst gut macht und am meisten Gewinn mit seinem Unternehmen erzielt, ist das für die Allgemeinheit am teuersten und schlechtesten – sparen bis es quietscht, nennt man das hier.

          Grüße vom Demokraten

        • kalle1912 says:

          wer privatisiert verteilt unnötig gelder für teure vorstände,gewinnabschöpfung(s-bahn berlin-DB)usw.
          staatsbedienstete kosten auch geld sind aber schon im leistungsbezug dann brauch man keine neuen (teuren) leute einstellen.schon schlimm das viele unnötig jetzt schon raussaugen aus dem system (BSR,Bäderbetriebe,BVG,Strom,Öffentlich-rechtliche,Gas-Vorstände kosten uns jetzt schon zuviel (und erst die pensionen von denen)
          bin kein kommunist aber der bürger darf nicht zunehmend den gewinnen der GRUNDVERSORGER ausgeliefert sein

  5. @Jazzy: Der ‚Demokrat‘ ist übrigens Herr Rudek vorm Wassertisch. Aber mit Transparenz in eigener Sache hat der’s nicht so. Ebensowenig mit den Fakten. Dass eine Chlorung in Deutschland verboten wäre, ist genauso quatsch wie die Suggestion, dass private Versorger häufiger chloren würden als öffentliche. Ein Blick in die Trinkwasserverordnung würde klüger machen, aber die interessiert Herrn Rudek nicht (… wie übrigens auch der Umweltschutz nicht).
    Gechlort wird auch nicht, weil es billig wäre, sondern dort, wo es die Verhältnisse erfordern – nicht überall steht schließlich hygienisch einwandfreies Grundwasser wie in Berlin zur Verfügung.
    Der Film Water Makes Money entblödet sich ja nicht, zu behaupten, von einer fachgerechten Desinfektion mit Chlor würden die Menschen Krebs bekommen. Das ist wirklich verantwortungslos, vor allem, wenn der Film auch in Entwicklungsländern gezeigt werden sollte. Den Leuten Angst vor Chlor im Wasser einzujagen, heißt dort: die Ausbreitung von Seuchen befördern. Anyway: das Ganze ist mit Bezug auf die Berliner Diskussion ohnehin ‚off topic‘, denn hier wird kein Chlor gebraucht und auch keines benutzt, außer im Notfall bei Verkeimungen.

    Die Verträge übrigens sind vollständig im Internet veröffentlicht, z.B hier: http://bit.ly/fScoF0 Die Tarifkalkulation der Berliner Wasserbetriebe liegt seit Jahren offen, z.B. hier:

    • Demokrat says:

      Lieber Herr Kolbeck,

      „Der Film Water Makes Money entblödet sich ja nicht, zu behaupten, von einer fachgerechten Desinfektion mit Chlor würden die Menschen Krebs bekommen.“

      So eine Diskussion kennen wir doch schon von der amerikanischen Tabakindustrie, die jahrzehntelang behauptet hat, Nikotin wäre nicht krebsgefährlich. Die jahrelangen Prozessen endeten in den USA mit Rekordstrafen, die die Zigarettenhersteller bezahlen mussten. Als besonders verwerflich wurde dabei betrachtet, dass die Tabakindustrie systematisch die Wissenschaft geschmiert hat, um ihr genehme Forschungsergebnisse zu erzielen.

      In diesem Zusammenhang finde ich es sehr ärgerlich, dass eine Firma, die in Frankreich systematisch Wasser chlort, an der TU-Berlin eine Stiftungsprofessur einrichten darf, ob direkt oder indirekt. Und für bedenklich finde ich es, dass diese Firma sich als kompetent und zukunftsgerichtet bezeichnet. Chlor als Zukunftstechnologie? Bitte nicht.

      Grüße vom Demokraten

      PS: Übrigens, vermeidet man es, das Wasser zu chloren, indem man durch Wasserschutzgebiete das Wasser rein hält, es bei Bedarf gut aufbereitet und die Leitungen dicht hält. Das ist zwar teuerer, aber 280 Millionen Gewinn in einem Jahr aus dem Berliner Wassermonopol sind ja auch nicht schlecht oder?

      • Werter Demokrat, wie wäre es mit etwas Fachwissen an dieser Stelle? Das gibt es für jedermann frei zugänglich im Internet.

        Nochmal: Ob und wo in Deutschland gechlort wird, hat nichts damit zu tun, ob private Dienstleister tätig sind oder nicht – sondern mit dem zur Verfügung stehenden Rohwasser, den Entfernungen vom Wasserwerk zum Kunden und einer Reihe von anderen Parametern. Wasser aus einer Talsperre muss nun einmal anders aufbereitet werden als Wasser aus einer tiefen und gut geschützten Grundwasserreserve. Und drei Kilometer Entfernung sind leichter keimfrei zu überwinden als dreißig.

        So setzen viele kommunale Unternehmen Chlor oder Chlordioxid ein (z.B. in Leipzig). Die Berliner Wasserbetriebe, um die es hier geht, tun es bekanntlich nicht und haben es auch nicht vor. Es ist in Berlin ja auch nicht notwendig. Also: in diesem Kontext hier sind Sie damit vollständig off topic.

        Dennoch, im Dienst der Aufklärung: Die Regelungen sind für alle öffentlichen Wasserversorger in Deutschland die gleichen. Diese Vorschriften sagen, vereinfacht ausgedrückt:

        1. Trinkwasser muss hygienisch einwandfrei sein, denn Keime sind die mit Abstand größte Gesundheitsgefahr.

        2. Wenn dafür eine Desinfektion notwendig ist, dann gibt es verschiedene zugelassene Verfahren, dazu zählt neben anderen auch die Chlorung. Unter manchen Bedingungen kann man sie heute durch andere Verfahren ersetzen, unter anderen (bisher noch) nicht. Nähere Infos dazu siehe z.B. hier: http://www.dvgw.de/fileadmin/dvgw/wasser/aufbereitung/abschlussdesinfektion.pdf

        3. Wenn Chlorung, dann gelten Grenzwerte nach oben und nach unten – die sowohl die Keimfreiheit bis zum Anschluss des Kunden sicherstellen als auch gesundheitsschädliche Konzentrationen von Chlor oder Chlornebenprodukten ausschließen.

        Die Trinkwasserverordnung stellt in allen ihren Vorschriften darauf ab, dass man das Wasser ohne Gefahr für die Gesundheit ein Leben lang jeden Tag trinken kann. Und das stellen die Versorger (alle!) auch sicher. Ob mit oder ohne Chlor.

        • Demokrat says:

          Lieber Herr Kolbeck,

          Jazzy sagt: „Keiner will und darf das Wasser generell chloren, das hätte auch eine Veolia nicht durchsetzen können, selbst wenn sie gewollt hätten.“

          Kolbeck sagt: „Dass eine Chlorung in Deutschland verboten wäre, ist genauso quatsch wie die Suggestion, dass private Versorger häufiger chloren würden als öffentliche.“

          Kolbeck sagt: „Anyway: das Ganze ist mit Bezug auf die Berliner Diskussion ohnehin ‘off topic’, denn hier wird kein Chlor gebraucht und auch keines benutzt, außer im Notfall bei Verkeimungen.“

          Jazzy sagt, dass nicht gechlort werden darf, Kolbeck sagt „außer im Notfall bei Verkeimungen.“ – jetzt mal bitte für den Nichtingenieur: darf in Deutschland jede Stadt chloren wie sie lustig ist oder ist das über allgemeinverbindliche Vorschriften geregelt? Wer entscheidet, was ein Notfall ist – der Wasserbetrieb? Und wer wäre für eine Änderung zuständig. Ganz besonders interessiert mich das natürlich für Berlin.

          Grüße vom Demokraten

    • Demokrat says:

      Lieber Herr Kolbeck,

      Kolbeck sagt: „Der Film Water Makes Money entblödet sich ja nicht, zu behaupten, von einer fachgerechten Desinfektion mit Chlor würden die Menschen Krebs bekommen. Das ist wirklich verantwortungslos, vor allem, wenn der Film auch in Entwicklungsländern gezeigt werden sollte.“

      Klasse Herr Kolbeck, wie wäre es, wenn man sich bemühen würde, auch den Menschen in Entwicklungsländern ungechlortes Wasser zur Verfügung zu stellen. Das sind schließlich genauso Menschen wie wir. Der erste Schritt wäre sicherlich, keine Firmen hinzuzuziehen, die das Wassergeschäft aus Profitgründen betreiben und auch da Wasser chloren, wo es nicht nötig wäre, oder was meinen Sie?

      Grüße vom Demokraten

      • „Demokrat“,

        Ich schlage vor, Sie machen sich bei Gelegenheit erstmal grundlegend kundig. Menschen sterben, weil sie kein sicheres Trinkwasser zur Verfügung haben und deswegen verkeimtes Wasser trinken. Nicht weil Wasser gechlort wird. Sie können sich mit ihren Theorien ja mal in Haiti zur Diskussion stellen.

        Für Ihre Recherche hier einige interessante Leitfragen:
        1. Was sind die UN-Millenniumsziele bezüglich des Zugangs zu sicherem Trinkwasser und einer grundlegenden sanitären Versorgung?
        2. Wie weit sind wir von ihrer Umsetzung noch immer entfernt, d.h. wie viele Milliarden Menschen müssen ohne diese grundlegende Versorgung leben?
        3. Wie verträgt sich das mit dem neu geschaffenen Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Versorgung (dessen Einführung z.B. Veolia seit Jahren massiv unterstützt hat)?
        4. Warum ist die Menschheit vom Erreichen dieser Ziele und der Verwirklichung dieses Menschenrechts trotz aller Fortschritte noch so weit entfernt?
        5. Lassen sich die Probleme darauf zurückführen, dass (mit einem Marktanteil von weltweit ca. 8%), private Unternehmen an der Wasserversorgung und/oder Abwasserentsorgung mitarbeiten? Oder haben sie vielleicht ganz andere Ursachen?
        6. Was sagen die Experten z.B. bei der UNO dazu?
        7. Wäre es evtl. von Nutzen, wenn vor diesem Hintergrund alle kompetenten Akteure an einem Strang ziehen? Staaten und Regierungen, internationale Organisationen, öffentliche und private Unternehmen? Gibt es für solche Zusammenarbeit erfolgreiche Beispiele, an die sich anknüpfen ließe?
        8. Oder wäre es nützlicher, vor dem Hintergrund dieser globalen Aufgabe ideologische Grundsatzdiskussionen zu führen?

        • Demokrat says:

          Lieber Herr Kolbeck,

          ich denke, dass wir alle darin übereinstimmen, dass alle Menschen zu möglichst gutem Wasser erhalten. D’accord. :-)

          Sie haben nur übersehen, dass ich keine ideologische Frage, sondern eine pragmatische Frage gestellt habe? Mit Ideologie bin sehr vorsichtig. Deswegen frage ich noch einmal:

          Der erste Schritt für gutes Wasser weltweit, auch in den Entwicklungsländern, wäre sicherlich, keine Firmen hinzuzuziehen, die das Wassergeschäft aus Profitgründen betreiben und auch da Wasser chloren, wo es nicht nötig wäre, oder was meinen Sie?

          Grüße vom Demokraten

    • Demokrat says:

      Lieber Herr Kolbeck,

      Kolbeck sagt: „Der Film Water Makes Money entblödet sich ja nicht, zu behaupten, von einer fachgerechten Desinfektion mit Chlor würden die Menschen Krebs bekommen. Das ist wirklich verantwortungslos, vor allem, wenn der Film auch in Entwicklungsländern gezeigt werden sollte.“

      Klasse, Herr Kolbeck, WASSER UNTERM HAMMER ist mittlerweile in acht oder neun Sprachen übersetzt worden und ich bin auch dafür, dass Menschen in Entwicklungsländern freien Zugang zu inhaltlich richtigen Dokumentarfilmen erhalten (das sagt sogar der NDR und der muss es ja schließlich wissen). Auch dann, wenn für machen Konzern dann womöglich die Geschäfte schlechter laufen sollten. Ich bin dafür, dass sich im Wettbewerb der bessere durchsetzt und nicht der, der am agressivsten oder unfairsten die kritische Berichterstattung bekämpft.

      Informationsunterdrückung kann eigentlich keine akzeptables Geschäftsgebaren sein. Auch nicht für die Kommunikationsabteilungvon Veolia. Ich finde es zudem generell sehr undemokratisch, wenn in Konzernzentralen darüber entschieden werden würde, welche Filme gezeigt werden dürfen und welche nicht (ich find Ahne und Gott übrigens gut, wie einige andere Berliner auch, kommt immer sonntags auf dem RBB).

      Wie wäre es, wenn man sich stattdessen bemühen würde, auch den Menschen in Entwicklungsländern ungechlortes Wasser zur Verfügung zu stellen. Der erste Schritt wäre sicherlich, keine Firmen hinzuzuziehen, die das Wassergeschäft aus Profitgründen betreiben und auch da Wasser chloren, wo es nicht nötig wäre, oder was meinen Sie?

      Grüße vom Demokraten

      • Ich fand Ahne schon gut, da haben Sie noch nicht einmal gewusst, dass es den gibt. Veolia bekämpft keine kritische Berichterstattung. Wir verteidigen die gute Arbeit unserer Mitarbeiter auf der ganzen Welt gegen ungerechtfertigte Angriffe und setzen falschen und verzerrten Darstellungen Fakten entgegen.

        • Demokrat says:

          Kolbeck sagt: „Ich fand Ahne schon gut, da haben Sie noch nicht einmal gewusst, dass es den gibt.“

          Lieber Herr Kolbeck,
          eigentlich wollte ich gar nicht wissen, ob Sie Ahne gut finden. Meine obige Frage richtete sich gerade nach den Fakten zu den beiden offensichtlich belastbar recherchierten Filmen von Franke/Lorenz, die von Ihnen bis jetzt nicht gekommen sind (1.).

          deswegen stelle ich Sie hier noch einmal: „Informationsunterdrückung kann eigentlich kein akzeptables Geschäftsgebaren sein. Auch nicht für die Kommunikationsabteilung von Veolia. Ich finde es zudem generell sehr undemokratisch, wenn in Konzernzentralen darüber entschieden werden würde, welche Filme gezeigt werden dürfen und welche nicht.“ Was denken Sie darüber?

          Ich verbleibe erneut in der Hoffnung, dass Sie auch Belege für Ihre Behauptungen beibringen können, anderereits sieht es ja wohl so aus, dass Sie den Film trotz besseren Wissens systematisch und offenbar willentlich diskreditieren möchten.

          Grüße vom Demokraten

          • siehe oben: Wir unterdrücken keine Filme. Wenn Sie über Inhalte diskutieren wollen, wiederhole ich das Angebot von oben: Bringen Sie doch mal Beispiele, etwa für den Vorwurf der Korruption. Dann nehme ich hier dazu Stellung und kann gern exemplarisch aufzeigen, dass ‚Water Makes Money‘ gerade nicht auf belastbaren Recherchen beruht.

          • Demokrat says:

            Lieber Herr Kolbeck,

            Sie haben bis jetzt trotz mehrfacher Nachfrage noch keinen sachlichen Fehler aus WASSERN UNTERM HAMMER nachgewiesen.

            Kann ich damit:
            1. davon ausgehen, dass Sie den Film trotz besseren Wissens systematisch und offenbar diskreditieren möchten. Weil Sie selbst die dargestellten Geschäftspraktiken missbilligen?

            2. die Informationen in WASSER UNTERM HAMMER jetzt offiziell durch den Pressesprecher von Veolia bestätigt ansehen?

            Zu WATER MAKES MONEY – Sie haben auch hier immer noch keinen tatsächlichen Fehler benannt. Zu Ihrer Andeutung, die Sie zu WATER MAKES MONEY machen, müsste ich Ihnen vorher eine Frage stellen:

            Der deutsche Meister in Lobbyismus 2010 ist Ihr Berlinwasser-Partner RWE, mit dem Sie sich zusammen um den Zuschlag für die BWB beworben hatten (RWE hat letztes Jahr von Lobby Control den Preis „Worst EU Lobby Award“ für seine Verdienste auf diesem Gebiet erhalten). Der damalige Generalsekretär der CDU, Laurenz Meyer, [] musste 2004 zurücktreten, weil er nicht erklären konnte, wofür er neben seinem Abgeordnetengeld ein Gehalt von RWE bezog. Es wurde von Geberseite wie von Nehmerseite keine legale nachvollziehbare Gegenleistung angegeben. Das war zwar nicht strafrechtlich relevant. Für die Öffentlichkeit war er dadurch jedoch moralisch korrumpiert und musste zurücktreten. Nach seinem Rücktritt hat Meyer Presseberichten zufolge von RWE sogar noch eine Einmalzahlung von 400.000 Euro erhalten. Im Zuge dieser RWE-Affäre wurde nebenbei bekannt, dass „mehr als 200 RWE-Mitarbeiter [] in der Politik aktiv“ sind (www.zeit.de/2005/02/lobby).

            Jetzt die Frage: Hat sich Laurenz Meyer Ihrer Ansicht nach damit korrumpiert und ist er zu Recht – wie von Parteifreunden und Öffentlichkeit gefordert – zurückgetreten?

            Grüße vom Demokraten
            am 13. Februar für mehr Transparenz stimmen!

    • Demokrat says:

      Lieber Herr Kolbeck,

      unabhängig davon, ob der „Demokrat“ Herr Rudek ist oder nicht, fände ich es besser, wenn Sie mit etwas mehr Respekt von Ihm sprechen würden. Herr Rudek ist Mitinitiator und Sprecher des Volksentscheids UNSER WASSER. Herr Rudek und seine Mitstreiter vom Berliner Wassertisch haben in mühevoller, ehrenamtlicher Kleinarbeit erreicht, dass das Thema Veolia permanent in der Öffentlichkeit präsent geblieben ist. Die Arbeit, die sie investiert haben und die Zeit, die sie dafür aufgeopfert haben, hat ihnen niemand bezahlt. Eigentlich wäre dies Aufgabe des Abgeordnetenhauses und der Presse gewesen. Dort sind aber nur vereinzelt Leute ihrer verfassungsmäßig zugedachten Pflicht nachgekommen.

      Und obwohl der Etat und die Arbeitskraft, die dem Berliner Wassertisch zur Aufklärung zur Verfügung standen, nur äußerst begrenzt sind und waren, haben die Berliner Bürger die Zulassung zum Volksentscheid mit der höchsten bislang erreichten Stimmenzahl beschlossen. Das Volksbegehren ist meines Wissens nach mit einer Summe zwischen 10.000 und 15.000 Euro bewerkstelligt worden (zum Vergleich: der Flughafen-Tempelhof-Volksentscheid hatte angeblich rund eine Million zur Verfügung). Der Senat und Veolia hingegen haben allein aus dem letzten Jahr einen Gewinn von 280.000.000 Euro aus dem Berliner WASSERMONOPOL abgeschöpft. Von diesem Geld haben sie einiges zu Imagezwecken in Medien, Politik, Wissenschaft und sogar in NGO’s investiert.

      Die einzige dauerhafte und wirksame Imagekampagne des Berliner Wassertischs hingegen war und ist das Geschäftsgebaren der Berliner Wasserbetriebe.
      Bezeichnend ist auch Ihre Öffentlichkeitsarbeit, die – wie in diesem Forum an Ihren Kommentaren zu Herrn Rudek und den öffentlich anerkannten Filmemachern zu beobachten ist – mangels Argumenten offensichtlich nicht ohne persönliche Angriffe auskommt. Was ist das Verbrechen des Wassertischs? Er fordert lediglich die Offenlegung von Geheimverträgen per Gesetz, die Sie angeblich schon offengelegt haben.
      Meinen Sie, dass Ihre Öffentlichkeitsarbeit in diesem Punkt irgend jemanden überzeugen kann, der nicht von Veolia profitiert?

      Ihr Verhalten hat zu dem Ergebnis geführt, dass mittlerweile sowohl das Abgeordnetenhaus, das vor zehn Jahren für die Teilprivatisierung gestimmt hat, als auch ZWEI DRITTEL aller Berliner Bürger die Wasserbetriebe wieder rekommunalisieren möchten.

      Grüße vom Demokraten

      • „Verbrechen“ des Wassertischs? Keine, ich bitte Sie. Fakt ist aber, im Kontext seiner Lieblingsthemen Offenlegung und Rekommunalisierung verbreitet er konsequent Falsches nicht nur über uns und die Zusammenarbeit mit dem Land, sondern auch über die Wasserversorgung in Berlin und die Arbeit der Berliner Wasserbetriebe. Das bringt die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort zu Unrecht in Misskredit.

        • Demokrat says:

          Lieber Herr Kolbeck,

          @Kolbeck: „die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter “

          das Problem bei Veolia liegt in der Geschäftsführung und bei den Eigentümern. Gegen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hat niemand etwas. Die suchen sich in Deutschland weder Geschäftsführung noch Eigentümer selbst aus. Ich finde es nicht richtig, dass Sie auf diese Weise die Verantwortung für Ihre Missetaten auf die MitarbeiterInnen abschieben wollen.

          Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es Ihre MitarbeiterInnen freuen würde, wenn Sie wieder allein für das Gemeinwohl Ihrer Stadt arbeiten dürften. Wer liest schon gerne in der Zeitung, dass sein Unternehmen, den Mitbürgern über das Wassermonopol 280.000.000 € aus der Tasche geleiert hat. Oder dass sein Unternehmen aus Sorgfalt seinen Aktionären gegenüber die Keller ganzer Stadtviertel unter Wasser setzt (in der Berliner Zeitung nachzulesen).

          Machen Sie doch einmal eine geheime Abstimmung (mit neutralen Wahlbeobachtern), dann erfahren Sie, was Ihre MitarbeiterInnen denken. Die Selbstorganisation ihrer MitarbeiterInnen, die Gewerkschaft verdi, in der die meisten Ihrer Mitarbeier organisiert sind, unterstützt jedenfalls die gesetzliche und sanktionsbehaftete Offenlegung der Gesetze, EINSCHLIEßLICH ALLER BESCHLÜSSE UND NEBENABREDEN. Wieso auch nicht. Die Wasserbetriebe werden ja nicht abgeschafft, nur weil die Geheimverträge offen gelegt werden.

          Aber eigentlich wollte ich Sie bitten, etwas respektvoller über Herrn Rudek und die Arbeit des Wassertischs zu sprechen. Herr Rudek und seine Mitstreiter vom Berliner Wassertisch haben in mühevoller, ehrenamtlicher Kleinarbeit erreicht, dass das Thema der Teilprivatisierung der Wasserbetriebe permanent in der Öffentlichkeit präsent geblieben ist. Die Arbeit, die sie investiert haben und die Zeit, die sie dafür aufgeopfert haben, hat ihnen niemand bezahlt. Eigentlich wäre dies Aufgabe des Abgeordnetenhauses und der Presse gewesen. Dort sind aber nur vereinzelt Leute ihrer verfassungsmäßig zugedachten Pflicht nachgekommen. Jetzt ist endlich auch das Abgeordnetenhaus zu der Einsicht gekommen, das die Teilprivatisierung ein Fehler war.

          Dieser Ansicht haben sich mittlerweile sehr viele Berliner angeschlossen und nicht, weil sie zu dumm sind, sondern weil sie nun nach 10 Jahren Privatisierung ihre eigene, persönliche Bilanz ziehen können. Es sind auch grundsätzliche Privatisierungsbefürworter dabei, wie z. B. von der FDP. Im Prinzip kann man die Unterstützerschaft des Anliegens als einen Querschnitt durch die Berliner Gesellschaft bezeichnen.

          Zu den Menschen, die der Ansicht sind, dass die Teilprivatisierung ein Fehler war, gehören:
          – grundsätzlich zwei Drittel aller Berliner – so groß ist die Zahl derer, die einer Umfrage der Berliner Morgenpost gemäß die Wasserbetriebe rekommunalisieren möchten;
          – SPD, CDU, FDP, Linke, Grüne, eigentlich ALLE politische Parteien sind offiziell mit der Privatisierung unzufrieden;
          – die Zivilgesellschaft in Form der Kirchen, Mietervereine, Kleingärtner, Gewerkschaften unterstützt den Volksentscheid UNSER WASSER;
          – sogar die sicherlich nicht privatisierungsfeindlichen Wirtschaftsverbände halten die Teilprivatisierung inzwischen für misslungen und die daraus resultierenden, viel zu hohen Wasserpreise für einen STANDORTNACHTEIL (Amsinck) im Wettbewerb.

          Haben sich diese Menschen alle heimlich gegen Veolia verschworen, sich vom Wassertisch verzaubern lassen oder sind sie alle zu dumm, um sich eine eigene Meinung über die Teilprivatisierung bilden zu können?

          Grüße vom Demokraten
          wer nicht dieser Ansicht ist, am 13. Februar für mehr Demokratie und Transparenz stimmen!

  6. Carl Waßmuth says:

    Hallo Herr Kolbeck, das ist ja beeindruckend: „Fakt ist: Veolia Wasser ist seit zwanzig Jahren in Deutschland, es hat in dieser Zeit keinen einzigen Korruptionsfall gegeben.“ Leiten Sie auch die Dings, wie hiess das bei der DB AG – die Abteilung, die hinterher alle bespitzelt haben – ja jetzt hab ichs: Die Abteilung „Compliance“. Oder meinten Sie „keinen einzigen bekannt gewordenen Korruptionsfall“? Ruhen Sie sich nicht aus! Siemens hat auch 20 Jahre geschafft, und dann.. Sie sind auf dem richtigen Weg: Geheimhaltung hilft. Über lange Zeit.

    Mal was anderes: Wir haben hier ja einen sehr großzügigen Blog. Nur so konnten wir es hinbekommen, dass leibhaftige Pressesprecher bekannter Unternehmens hier schreiben. Da bitten wir jedoch die Teilnehmer auch, nicht kleinlich zu sein. Auch die Pressesprecher. Also: Schreibfehler zu bekritteln gilt nicht. Und das mit Ihrer Elternzeit, um mal mit den Worten von Herrn Geißler zu sprechen, versteht kein Mensch. Wenn es für die Sache oder für Sie persönlich wichtig ist, erläutern Sie es bitte. Gerne auch in einer privaten mail. Wir werden das dann versuchen zu klären.

    Den Satz mit den strengen Anti-Korruptionsregeln und den Ethik-Codizesfinde ich sehr schön. Sie schaffen es damit, die vorige Aussage zu toppen, dass veolia sich an die Gesetze hält. Ich lasse das deswegen im weiteren gerne unkommentiert hier so stehen. Für die nachwelt. Oder für eilige Seitenbesucher, zum Mitnehmen. „Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, Kann man getrost nach Hause tragen.“

    P.S.: Unter Pseudonym schreiben ist im Internet weit verbreitet, es senkt die Zutrittsschwelle und belebt Diskussionen. Ich selber mach‘s nicht, Sie auch nicht, aber es ist auch hier erlaubt. Ein Fan von veolia und Privatisierungspolitik schreibt unter „Jazzy“. Die IP-Adresse ist bekannt, falls die Verbalinjurien zu dolle werden, können wir eingreifen. Die Nicknamen machen manchmal neugierig. Wir sind aber diskret. Soviel aber darf ich Ihnen verraten: Herr Rudek ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Demokrat. Hinter dem Autoren „Demokrat“ auf dieser Seite steckt aber nicht Herr Rudek.

    • Interessant, dass Sie in Sachen Korruption mit einem hundertprozentigen Staatsunternehmen argumentieren. Anyway. Fragen zu meiner Elternzeit beantwortet mein Lebenslauf, der ist verschiedentlich im Internet zu finden.

      • Demokrat says:

        Lieber Herr Kolbeck,

        alle Welt weiß, dass aus der schönen, zuverlässigen, Deutschen Bundesbahn nun schon seit einiger Zeit die privatwirtschaftlich geführte DB AG (Aktiengesellschaft) geworden ist. Mit dem Ergebnis, dass die Zeitungen nun voll sind von Berichten darüber, dass die Bahn aus Renditeüberlegungen kaputtgespart worden ist. Es ist kaum zu glauben, dass Sie als Pressesprecher nicht davon wissen.

        Kann es vielleicht sein, dass Sie gar nicht argumentieren, sondern vor allem den blog mit unsachlichen Einwänden (siehe oben), Falschinformationen (z.B. die Rückführung der jetzigen überteuerten Preise auf die Vereinigung der Wasserbetriebe Ost und West, die durch die von Ihnen beigefügte Statistik widerlegt ist), überflüssigen Spitzfindigkeiten (z.B. Bemerkungen zur Rechtschreibung ihrer Mitblogger, die nicht das Geringste mit den zu hohen Wasserpreisen zu tun haben), persönlichen Angriffen (z.B. „Der ‘Demokrat’ ist übrigens Herr Rudek vorm Wassertisch. Aber mit Transparenz in eigener Sache hat der’s nicht so. Ebensowenig mit den Fakten“) und absichtlicher Diffamierung (z.B. der Filme von Franke/Lorenz) stören möchten?

        Grüße vom Demokraten
        Am 13. Februar abstimmen für mehr Demokratie und Transparenz! :-)

  7. Sigrun Franzen says:

    Bei Jazzy habe ich den Eindruck, als sei er/sie auch Veolia – nur unter anderem Namen.

  8. heidernein says:

    Herr Kohlberg vertritt die Interessen seines Konzerns und dessen Profitinteresse.
    Da ist öffentliche Aufklärung hinderlich fürs Geldmanagement.
    Die Wasserpreise werden mit verantwortlichen Politikern ausgekungelt.
    Das läuft beim Wasser genauso wie beim Strom. Für die Laufzeitverlängerungen
    der Akw’s verdummbeutelte man die Bevölkerung zusätzlich mit exorbitanten
    Strompreiserhöhungen. In Berlin genehmigt das leider jedes Jahr der linke
    Wirtschaftssenator Wolf.
    Wir brauchen solche Filme. Man kann hier nicht mal eine Überzeichnung der Realität unterstellen. Dazu agieren die Intendanten des ÖR viel zu konservativ.

  9. Angelika Paul says:

    Ich lese erst heute die Diskussion zur Klage gegen den Film WATER MAKES MONEY und stolpere über einen Satz:
    Jazzy sagt:
    1. Februar 2011 um 11:32
    Hallo Demokrat,
    … Erkläre doch bitte, was besser sein würde, wenn das Wasser vollständig in staatlicher Hand wäre?</cite

    Dazu fällt mir ein Erlebnis beim Unterschriftensammeln auf der Frohnauer Brücke ein:
    Ein gut aussehender, hochgewachsener, schlanker Mann mit besten Umgangsformen sprach mich an. Er stellte mir eine Frage – und die immer wieder:
    Erklären Sie doch bitte, was besser sein würde, wenn das Wasser vollständig in staatlicher Hand wäre?” – Die gleiche wie „Jazzy”, nur in Sie-Form – eine merkwürdige Übereinstimmung…
    Als ich ihm erklärte, was jetzt nicht in Ordnung ist, bohrte er immerzu mit der gleichen Frage nach. Deshalb ist sie mir so gut im Kopf – und ich hatte diese auch schon manch anderem Wassertischler weitergereicht…
    Inzwischen weiß ich, wer mein Gesprächspartner war. Ich habe ihn auf dem Foto des Tagesspiegel-Interviews vom 28.12.2010 (Vorläufig ruhen die Gespräche mit dem Senat) wiedererkannt: Es war Michel Cunnac, der Chef von Veolia in Berlin, der mir (aus seiner Sicht) eine halbe Stunde seiner kostbaren Zeit geschenkt hat.
    Angelika Paul

    • In der Frage „Erklären Sie doch bitte, was besser sein würde, wenn das Wasser vollständig in staatlicher Hand wäre?” steckt natürlich die Antwort!
      Im Prinzip gibt es keinen faktischen Unterschied, denn beides ist in privater Hand und wird von dieser beherrscht!“ darum ist die Forderung: „Wasser in staatlicher Hand“ mit der Forderung nach mehr demokratischer Kontrolle verbunden. Das ist besser, als wenn öffentliche Daseinsvorsorge in Abhängigkeit privater Hände gerät und damit die Allgemeinheit erpressbar ist. Damit muss Schluss sein!

  10. Markus Henn says:

    Ich habe selbst an dem Film „Water Makes Money“ mitgewirkt. Ich will hier nicht zu allen diskutierten Details Stellung beziehen, unterstütze aber die Forderung des Demokraten, dass Herr Kolbeck seine Behauptungen über die unseriöse Qualität des Filmes belegen sollte. Die Tatsache, dass Filmemacher einen Ausschnitt aus einem Interview zeigen, der dann vielleicht dem/r Dargestellten nicht gefällt, ist noch kein Beleg für unseriöses Arbeiten.

    Herr Kolbeck hatte auch bei einer Aufführung des Films letztes Jahr in Freiburg eine ganze Reihe Kritikpunkte vorgebracht („Schnee von gestern“, „keine Korruptionsfälle mehr“, „kein Eintrittsgeld mehr“, „in Brüssel war die Kommune schuld“). Vieles von dieser Kritik wurde sogar im keineswegs privatisierungsfreundlichen „BBU Wasser-Rundbrief“ dokumentiert. Sowohl ich als auch die Filmemacher haben daraufhin zu der Kritik von Herrn Kolbeck Stellung bezogen, alles nachzulesen unter http://www.wasser-in-buergerhand.de/nachrichten/2010/water_makes_money_disput.htm.

    Hier nur einige Punkte: Erstens sind die meisten Fälle im Film aktuell (Bordeaux, Paris, Braunschweig, Berlin,…). Zweitens ist die deutlich schlechtere Leitungsqualität in Frankreich ein Fakt, genauso wie die viel schlechtere Wasserreinigung (3. Reinigungsstufe), letzeres ist in offiziellen EU-Berichten nachzulesen. Drittens hat inzwischen eine Untersuchungskommission festgestellt, dass die Veolia-Tochter Aquiris schuld hat an dem Brüssler Klärwerk-Debakel, nicht aber die Kommune, so wie Veolia es behauptet.

  11. Max Hoppe says:

    Vielen Dank für diesen Film.
    Menschliche Grundbedürfnisse und Profit passen einfach nicht zusammen. Das fängt

    bei der Mietwohnung an (das z.B. Gentrifizierung ein Problem des freien Marktes ist, wird wohl inzwischen niemand mehr bestreiten),

    betrifft die Ernährung (siehe als Beispiel diverse Lebensmittelskandale, deren Ursache eine Gewinnoptimierung sein dürfte),

    die gesundheitliche Versorgung (ein Lichtblick ist das Urteil gegen Novartis in Indien)

    und das Recht auf Mobilität (siehe als Beispiel den Niedergang der privatisierten Berliner S-Bahn).

    Dass der freie Markt sich nicht immer selbst regelt, hat inzwischen sogar die letzte politische Partei begriffen. Da brauch man sich nicht um inhaltliche Details dieses Filmes streiten. Dass sich bestimmte Personen persönlich angegriffen fühlen, kann ich gut nachvollziehen – an der gut beobachteten kritischen Grundaussage des Filmes ändert dies jedoch nichts. Wenn man sich ein wenig mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem auskennt, brauch man auch keine Belege für die Wirkung solcher Privatisierungen.

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