Geschäftsleitung der Wasserbetriebe

Wollt ihr wissen,

in wessen Hand die Geschäftsleitung der Berliner Wasserbetriebe liegt?

Das Land Berlin hat ja nur 49,9 % der Anteile verkauft. Mit den verbliebenen 50,1 % sollte Berlin daher Herrin im Haus sein. Tatsächlich dominieren die Privaten die Geschäftspolitik. Welche zusätzlichen Verträge oder Nebenabreden legen das fest?

Was hindert das Land Berlin, das Ruder rumzureißen, alle relevanten Posten selbst zu besetzen und die Geschäftspolitik wieder selbst zu bestimmen? Sie könnten doch nicht überstimmt werden. Und die Privaten können auch nicht ihr Geld zurück verlangen – zumindest gibt es im Konsortialvertrag keine Kündigung vor 2029.

Um zu verstehen, wie man bei der Mehrheit der Anteile trotzdem nicht Herr im Hause sein kann, müsste man alle Verträge zwischen den Parteien des komplexen Firmenkonglomerats kennen – und nicht nur den Konsortialvertrag.

4 Responses to Geschäftsleitung der Wasserbetriebe

  1. Tja – dann schaut doch in die Anlagen zum Konsortialvertrag. Und die Änderungsvereinbarungen. Alles öffentlich.

    Das Ruder herumreißen? Im Ernst? Zurück zu den paradiesischen Zuständen vor 1999: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8842977.html ? Oder vielleicht hin zu Zuständen wie bei den 100 Prozent kommunalen Wasserwerken in Leipzig: http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/citynews/heininger-deals-wo-das-geld-blieb/r-citynews-a-71220.html ?

    Dass die Berliner Wasserbetriebe heute ein hervorragend geführtes Unternehmen sind, ist kein Zufall, sondern Resultat guter und harter Arbeit. Vor Allem auch: guter Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern und ihren Vertretern. Und das soll auch so bleiben.

  2. Carl Waßmuth says:

    Herr Kolbeck, Sie bleiben dran! Das freut uns. Die Berliner Wasserbetriebe brauchen auch mal Lob. Wir räumen dem gern Platz ein. Ich frage mich wirklich ein bißchen, weswegen alle Parteien in Berlin aus diesem Paradies wieder raus wollen. Dass „die Berliner Wasserbetriebe heute ein hervorragend geführtes Unternehmen sind“, ist bestimmt „kein Zufall“, allerdings auch nicht „Resultat guter und harter Arbeit“, sondern es ist leider das, was ein Pressesprecher sagt, weil man ihn dafür bezahlt. Es ist aber interessant, dass in der Auflistung der Zufriedenen einige nicht vorkommen: Sie sprechen von: Geschäftsführung, Mitarbeitern und ihren Vertretern. Bei Mitarbeitern sollten sie vielleicht anfügen: verbliebenen Mitarbeitern. Sie sprechen aber nicht von: Verbrauchern, Steuerzahlenden, regionalem Mittelstand, Erwerbslosen, Umweltverbänden. Ob die in Berlin eine Mehrheit zusammenbringen? Ich denke, zumindest 612.000 werden da schon zusammenkommen.

    Herr Kolbeck, Sie antworten auch schnell. Aber in der Eile passieren Fehler. Lesen Sie z.B. die Verweise (links), mit denen Sie argumentieren? In Leipzig wurden welche erwischt und sogar verurteilt, weil sie öffentliches Eigentum veruntreut haben. Wir in Berlin haben auch den Eindruck dass es mit unserem öffentlichen Eigentum nicht ganz so zugeht, wie es sollte. Nicht zuletzt deswegen wollen wir Unterlagen sehen. Sie wollten vermutlich sagen, weil Veolia 1999 dazukam, konnte drohende Korruption verhindert werden? Verstehe. Und dann verweisen Sie darauf, dass 1997 ein gewisser Bertram Wieczorek angeblich nicht so gut gewirtschaftet hat. Ich habe erst kürzlich gehört, die Rolle des Herrn Wieczorek bei der Teilprivatisierung der BWB wäre auch über diese Leistung hinaus interessant. Aber bleiben wir bei diesem Punkt: Obwohl die Politik häufig fest entschlossen ist oder war, Teile der Daseinsvorsorge zu privatisieren, beobachte ich ein eigentümliches Phänomen: Wenn man verkaufen möchte, muss man die Braut putzen. Aber gerade die verkaufs-wilden Politiker setzen sehr häufig für die letzte Phase vor der Privatisierung ganz eigentümliche Geschäftsleitungen ein. Und nicht selten kommt es dann dazu, dass diese CEOs noch einmal das allergrößte Durcheinander anrichten. So sinkt zwar der erzielbare Preis noch einmal, allerdings wird auch allen überdeutlich – hier müssen endlich Profis ran, will heißen Privatfirmen. Bertram Wieczorek, der große Wasserwirtschafter, ist übrigens Arzt gewesen, ist es vermutlich immer noch, wenn er es auch kaum noch nötig haben wird, irgendeine Erwerbsarbeit auszuüben. Ist dieses Phänomen der wirren Torschluss-CEOs nun dem Versagen der öffentlichen Institutionen zuzuschreiben oder nicht vielleicht doch bereits dem Privatisierungsprozess? Ich bin mir sicher, dass Sie viel dazu sagen könnten. Schade, dass Sie‘s nicht dürfen.

    P.S.: Apropos Arzt: Beobachten sie mal das Vorgehen von Herrn Einhäupl von der Berliner Charité. Seien Sie versichert: der Mann wird nicht demokratisch kontrolliert in einem Sinne, der das Wort wert wäre. Hat Veolia nicht Lust, ins Krankenhausgeschäft einzusteigen? Da gibt’s vielleicht bald ein Schnäppchen.

    P.P.S: Apropos Leipzig und CDO-Verträge: Wie sieht‘s denn so in den Portfolios aus, ganz sicher nix toxisches drin?

  3. Michael Müller says:

    Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Leitung der Berliner Wasserbetriebe die Tatsache der Teilprivatisierungssituation auch als eine der Begründungen/Rechtfertigungen nennt, zu tätigende Investitionen ( bsw. den Einkauf von Bauleistungen ) unseres Erachtens nach Gutsherrenart zu verteilen.
    Oder wie ist es zu begründen, dass alle anderen großen deutschen Stadtwerke/oder entsprechend gelagerte Unternehmen, denen die Aufgaben der Ver.-und Entsorgung mit Wasser+Abwasser obliegt, diese Leistungen mehrheitlich öffentlich und damit tranparent ausschreiben und vergeben.
    Schaut man sich die Ausschreibungen ( genannt Vergabeplattform ) auf der website der BWB an, sieht man ein Lehrbeispiel von Intranzparenz.

    Die Wortschöpfungen bei Verfahrensart:“ freihändige Vergabe im Wettbewerb“………………
    nach: “ nicht förmlich „………….lassen u.E. keinen anderen Schluß zu, als dass man an einem Wettbewerb, wie bspw. in den Stadtstaaten Hamburg oder Bremen bei Hamburgwasser bzw. bei Hansewasser keinerlei Interesse hat. in den wenigsten Fällen wird öffentlich nach VOB ausgeschrieben.
    Nun kann ein jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen, zu welchen, dann ach so günstigen Preisen, diese Investititionen dann eingekauft werden. ( Bei dauernd sich sehr ähnnelden Anbietern/ Baufirmen fast ausschließlich aus Berlin )

    Aber alles kein Problem, die Berliner Verbraucher werden`s schon stemmen.
    Frage ist nur? Warum machens alle anderen Städte falsch………………oder läuft in Berlin was in der falschen Richtung.
    Warum hier was und wie und warum so läuft,…………..darüber kann sich, mit unseren Anregungen versehen, ja jeder sein eigenes Bild machen.

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